Westfalen-Blatt "Klinikum will keine Holding mehr mit Hospital"

29.04.2010

Aufsichtsrat setzt auf die eigene wirtschaftliche Kraft 

 

Gütersloh (rec). Die zwischen dem Städtischen Klinikum und dem Sankt-Elisabeth-Hospital geplante Dachgesellschaft ist geplatzt. Der Aufsichtsrat des Klinikums lehnt die gemeinsame Holding einstimmig ab.

 

Das Gremium folgte damit einer Pressemitteilung des Klinikums zufolge der Empfehlung eines Unternehmensberaters. Der Berater bescheinige dem Klinikum eine gute wirtschaftliche Perspektive und empfehle, es fit für die Zukunft zu machen. In diesem Sinne hätten auch Chefärzte und Betriebsleitung votiert.

Der Aufsichtsrat befürworte, die bestehenden Kooperationen mit dem Elisabeth-Hospital aufrecht zu erhalten und weitere Kooperationen anzustreben, wo sie wirtschaftlich oder für Patienten sinnvoll seien. Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Dieter Hucke (CDU): »Wir haben alle Optionen eingehend geprüft und abgewogen. Ich freue mich über das gute Zeugnis, das die Unternehmensberatung dem Klinikum ausgestellt hat und den Konsens, mit dem die Entscheidung getroffen wurde.« Wie er sehe auch Bürgermeisterin Maria Unger darin »eine gute Basis für weitere Entscheidungen«. Der Aufsichtsrat hält den Zusammenschluss mit anderen Kliniken, auch in einer Minderheitsbeteiligung, offen. 

Dr. Stephan Pantenburg, Geschäftsführer des Elisabeth-Hospitals, ist von der Entscheidung nicht überrascht: »Unsere Aufsichtsgremien haben die Beratungen zum Thema Holding im vergangenen Jahr zügig geprüft und abgeschlossen. Dabei würdigte man insbesondere die großen Chancen zur weitsichtigen Abstimmung der Angebote und der Investitionen.« Die Ergebnisse des gemeinsam beauftragten Wirtschaftsprüfers seien jedoch von städtischer Seite nicht akzeptiert worden. Die Gremien von St.-Elisabeth- und Marienhospital hätten dabei nicht den Eindruck gewonnen, dass von Seiten der Stadt das Projekt mit der notwendigen Entschlossenheit vorangetrieben worden sei. Einzelne Kooperationsprojekte würden weiterhin geprüft und verfolgt.

Dr. Wolfgang Büscher (FDP), vehementer Befürworter der Holding, sieht eine große Chance ungenutzt vorüberziehen: »Der Beschluss ist unter anderem auf den schwach besetzten Aufsichtsrat zurückzuführen.«