Westfalen-Blatt "Blankenhagen hofft auf Brüssel"

24.09.2010

Mit Zuschüssen aus dem Bund oder der EU soll der Stadtteil aufgewertet werden

Von Stephan Rechlin

 

Gütersloh-Blankenhagen (WB). Die Hoffnungen Blankenhagens ruhen auf Berlin und Brüssel. Nur mit Fördergeldern aus dem Bund oder der Europäischen Union (EU) wird der Stadtteil nachhaltig aufzuwerten sein.

 

Die Chancen darauf schätzten die Mitglieder des Gütersloher Planungsausschusses gar nicht so schlecht ein. Dr. Wolfgang Büscher, Planungsexperte der FDP, sieht in dem fundierten Stadtteil-Gutachten der Dortmunder Planungsgruppe Stadtbüro eine gute Grundlage zur Gewinnung projektgebundener Zuschüsse: »In Berlin und in verschiedenen Ruhrgebiets-Städten ist es auch gelungen, Stockwerke abzubauen um Lebensqualität hereinzuholen.« Und auf Dammans Hof in Harsewinkel gehe man das Problem auch beherzt an.

Vor etwa 30 Besuchern auf der Tribüne zählten Ausschuss- und Verwaltungsmitglieder aber auch auf, was alles nicht möglich sein wird. Über die Belegungsrechte in den Hochhäusern an der Görlitzer und Leipziger Straße kann die Stadt keinen Einfluss auf Modernisierungsmaßnahmen der Inhaber - der australische Immobilienfonds Babcock & Brown - nehmen. Damit wies Stadtbaurat Josef E. Löhr ein im Gutachten angedeuteten Weg zurück.

Sobald mit der Genehmigung von Fördermittel die Investition eines Eigenanteiles verbunden sei, wird Gütersloh nach Ansicht von Norbert Bohlmann (UWG) auch nicht helfen können: »Nach allem, was wir vom Haushalt wissen, wird es uns auch 2011 nicht besser gehen als heute.« Den Abriss oder Rückbau der Hochhäuser konnten sich auch Harald Heitmann (CDU) und Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) nicht so recht vorstellen.

Was bleibt, sind die kleinen Schritte. Heitmann, Krümpelmann, aber auch Maik Steiner (Grüne) und Andreas Müller (BfGT) hoffen auf die evangelische Kirche samt Gemeindehaus und Vorplatz - sie müssten der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Die Öffnung und Umwandlung des Bagger- in einen Badesee befürworteten auch alle Fraktionen, wenn auch nicht in den bisher vorgestellten Dimensionen. Harald Heitmann (CDU): »Ein Ausflugslokal für 500 Personen sehe ich dort nicht. Wohl aber einen kleinen Biergarten mit Gaststätte, angebunden an den Lutter-Radweg.«

Der vom Gutachten vorgeschlagene »Kümmerer« müsse aus dem Stadtteil selbst kommen, schlug Raphael Tigges (CDU) vor: »Schade, dass wir die alten Ortsvorsteher abgeschafft haben.«