Neue Westfälische "Avenwedde Grünes Licht für mehr Einzelhandel"

21.05.2010

Avenwedde: Bolzplatz-Variante findet Zustimmung

 

Gütersloh (raho). Eine breite politische Mehrheit hat gestern Abend den Weg für Einzelhandel auf dem ehemaligen Bolzplatz in Avenwedde freigemacht. Ein entsprechender Antrag der CDU fand die Unterstützung von Grünen, BfGT und FDP. Hingegen wehrten sich SPD und der kleinste Plattform-Partner UWG vehement dagegen, das noch junge Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt entsprechend zu ändern und erneut einen Hektar der raren Gewerbeflächen für derartige Zwecke zu opfern.

 

Die Befürworter betonten jedoch mehrfach , dass die Bürgermeinung ernst genommen werden müsse. Nach fast vierjähriger Diskussion über die Nahversorgung in Avenwedde müsse endlich „Bewegung in die Sache kommen“, sagte CDU-Sprecher Raphael Tigges.

 

Tatsache sei nun einmal, dass im Ortskern keine Flächen für weiteren Einzelhandel verfügbar seien. Es bestehe aber akuter Handlungsbedarf. Zudem erstrecke sich die gefühlte Mitte seit je her über die Osnabrücker Landstraße hinaus.

 

Die Grünen vertraten die Ansicht, dass es für Avenwedde „keine optimale Lösung“ gebe. Der Bolzplatz sei, so Birgit Niemann-Hollatz, noch am ehesten geeignet, um eine Verbesserung zu erzielen.

 

Das unterstrich BfGT-Fraktionschef Norbert Morkes. Er äußerte die Hoffnung, „dass nun eine kleine Einkaufsmeile nördlich der Avenwedder Straße mit dann drei Bestandteilen entstehe.

 

Zwar unterstützte auch die FDP die Variante Bolzplatz. Jedoch machte sie sich dafür stark, auch auf der an das Bertelsmann-Areal grenzenden Westerfelhaus-Fläche südlich der Avenwedder Straße Einzelhandel zuzulassen. Das wäre den Erweiterungsplänen von Edeka und Aldi am meisten entgegenkommen.

 

Ein entsprechender Antrag des Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Büscher bekam aber nur eine Ja-Stimme – seine eigene. Die übrigen Fraktionen äußerten aus städtebaulicher Sicht schwere Bedenken dagegen.

 

Die SPD bekräftigte ihre Kritik. Es werde in Avenwedde ein Präzedenzfall geschaffen, der andere Entwickler ermutige, ebenfalls Änderungen am Einzelhandelskonzept zu erwirken, so ihr planungspolitischer Sprecher Thomas Krümpelmann.

 

Als erstes erwarte er einen weiteren Versuch, auf dem Moralt-Gelände in Spexard einen Jibi-Markt zu errichten. Und auch was den Standort Brockhäger Straße angehe, seien ihm bereits Initiativen gegen das Einzelhandelskonzept mit seine Einschränkungen bekannt.