Neue Westfälische "Kommunalwahl"

28.01.2009

Die FDP will verdoppeln Zehn Prozent sollen es bei der Kommunalwahl sein

VON ROLF BIRKHOLZ

 

Gütersloh. Auch die Gütersloher FDP fühlt sich durch die Hessen-Wahl beflügelt, die den Liberalen jüngst mehr als 16 Prozent eingebracht hatte. „Wir müssen die Gunst der Stunde nutzen“, sagte Wolfgang Büscher beim Ortsparteitag im „Brauhaus“, wo er jetzt auf Platz eins der Reserveliste für die Kommunalwahl gesetzt wurde.

 

„Wir wollen Stimmrecht in allen Ausschüssen“, so Büscher, der mit dem nach 18 Ratsjahren nicht wieder kandidierenden Hartwig Fischer die zwei Mandate im Stadtparlament wahrnimmt, die von der FDP mit rund sechs Prozent zuletzt errungen worden waren. Man strebe nun vier, fünf, sechs Sitze an, erklärte Büscher: „Wir wollen zehn Prozent.“

 

Um diese zu erringen, fordert die von Gerd Sonntag geführte Ortspartei (Mitgliederzahl: 57, stabil) etwa ein drittes Gymnasium. Da es dafür kein Geld vom Land gebe, schlug Büscher ein Leasing-Modell vor. Zudem möchten die Freien Demokraten ein „Einkaufszentrum für das Herz der Stadt“. Dieses hören sie weder auf dem Wellerdiek-Gelände noch am Rande des Kolbeplatzes (Finke-Vorhaben) schlagen, sondern auf dem Areal von und um Karstadt herum, dessen angeblich offene Zukunft nach der Middelhoff-Ära Büscher andeutete.

 

Sicherheit an dunklen Ecken (Beleuchtung am Postdamm) ist der FDP ebenso ein Anliegen wie „gesicherte Krankenversorgung“. Diese könne (auch angesichts der Bielefelder Konkurrenz) nur eine Fusion des Städtischen Klinikums mit dem St. Elisabeth-Hospital gewährleisten, das gegenüber jenem „total auf der Überholspur“ sei. Konfessionelle Trägerschaft interessiere nicht. „Es interessiert nur die Leistung.“

 

Des Weiteren streben die Liberalen ein Gewerbegebiet an der Marienfelder Straße mit Anbindung ans Pixeler Kreuz an. Die von der CDU favorisierte interkommunale Zone mit Verl bezeichnete Büscher unterdessen als Totgeburt, zumal es dort keinen Autobahnanschluss geben werde.