Neue Westfälische "Vermessungsamt"

14.02.2009

Demnächst nur noch ein Vermessungsamt Überraschend Mehrheit für FDP-Antrag

 

Gütersloh (raho). Wenn es darum geht, den städtischen Haushalt zu entlasten und Behörden zu privatisieren, dann ist ein Fachbereich immer wieder ins Fadenkreuz geraten: das städtischen Vermessungsamt. Bisher hat es alle Anläufe überstanden. Doch nun könnte das Ende nahen.

 

Die Vorgeschichte ist ziemlich alt, wie ein Blick ins Archiv zeigt. Schon im Zuge der Spardiskussion im Jahr 2000 wollten sich die Gütersloher Liberalen von dem Amt verabschieden. Das hätte nach damaliger Berechnung einen Jahresverlust von 1,7 Millionen D-Mark erspart. Doch die übrige Politik folgte dem Vorschlag nicht.

 

Auch die nächste Sparrunde 2005/2006 überstand das Vermessungsamt mit nur leichten Einschnitten. Die damals auch von der CDU für „geboten“ gehaltene Zusammenführung der städtischen Behörde mit dem der Abteilung Liegenschaftskataster und Vermessung beim Kreis Gütersloh kam nicht zustande.

 

„Macht keinen Sinn“, so das Fazit der Gespräche auf Verwaltungsebene vor drei Jahren. Die im städtischen Fachbereich angesiedelte Auskunfts- und Servicestelle sollte aus Gründen der Bürgernähe nicht aufgegeben werden, so die Argumentation. Und was den dort angesiedelten Gutachterausschuss angehe, sei das eine Pflichtaufgabe der Kommune.

 

Daran habe sich bis heute nichts geändert, erklärte die Verwaltung am Donnerstag im Zuge der Haushaltsberatungen im Planungsausschuss. Vermutlich deshalb tauchte das Vermessungsamt in der umstrittenen Sparliste des Beratungsunternehmens Rödl & Partner auch gar nicht erst auf.

 

Allerdings fand sich diesmal eine politische Mehrheit für den erneuten Antrag der FDP, die Zusammenführung beider Ämter in den Zielkatalog des Fachbereichs aufzunehmen. Auch die CDU votierte am Donnerstag dafür, so dass der Antrag knapp mit 7:6 Stimmen angenommen wurde.