Neue Westfälische ''Porta-Möbelmarkt''

20.11.2009

Möbelhaus-Pläne lösen Begeisterung aus / Zustimmung auch vom Einzelhandel. Rückenwind für Porta

VON RAINER HOLZKAMP

 

Gütersloh. Die Pläne für den Bau eines großen Einrichtungshauses sowie eines Möbel-Discounters bei Pfleiderer werden nicht am Widerstand der Politik scheitern. Im Gegenteil: Die Fraktionen waren am Mittwochabend schier aus dem Häuschen, als die Vorsitzenden die am Nachmittag von der Bürgermeisterin verkündeten Pläne vorstellten. Es gilt daher als sicher, dass der Rat am kommenden Freitag grünes Licht gibt und damit die weiteren Planungsschritte einleitet.

 

Porta will, wie gestern berichtet, 50 Millionen Euro an der Holzstraße investieren. Zudem sollen 250 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Möglich, dass hier wie an anderen Porta-Standorten auch Langzeitarbeitslose nach einer Weiterqualifikation einen neuen Job bekommen.

 

„Wenn das alles so kommt, kann man das nur begrüßen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Heiner Kollmeyer, der zudem von einer „Strahlkraft in die Region“ sprach. Selbstverständlich müssten beim Umfang der Nebensortimente die Interessen des Einzelhandels in der Innenstadt berücksichtigt werden. Er sei aber überzeugt, dass daraus kein Hindernis erwachse.

 

„Erstaunt und begeistert“ wurde die Nachricht in der SPD-Fraktion aufgenommen, so Vize-Bürgermeister Matthias Trepper. Die jetzt präsentierte große Lösung für fast die gesamte Fläche sei sicher besser als ein Klein-Klein. Und wegen der Schaffung der 250 Arbeits- sowie zusätzlicher Ausbildungsplätze sei das Vorhaben nur zu unterstützen, aber auch deshalb, weil Porta Gütersloh neue Gewerbesteuereinnahmen bescheren werde.

 

Von einer „Supersache für Gütersloh“, sprach Norbert Morkes (BfGT). Er lobte ausdrücklich auch das soziale Engagement der Porta-Inhaber-Familien. Dass für die beiden Möbelhäuser Gewerbefläche umgewidmet werden müsse, sei angesichts der vielen Vorteile zu vernachlässigen.

 

Mit den Worten „Applaus, Applaus“ habe er auf die Nachricht reagiert, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Büscher. „Das ist endlich mal eine tolle Sache für Gütersloh.“ Büscher schloss sich zudem dem mehrfach geäußerten Lob für die Bürgermeisterin an, die das Projekt seit Monaten auch persönlich vorangetrieben habe. Es sei Maria Unger hoch anzurechnen, dass sie das nicht für ihren Wahlkampf ausgenutzt habe.

 

So überraschend das Lob der FPD für Unger, so überraschend auch die Reaktion beim Einzelhandelsverband. Dessen Vorsitzender Rainer Schorcht begrüßt ebenfalls die Ansiedlung der Möbelhäuser, wohl wissend, dass ein Teil der Verkaufsfläche für innenstadtrelevante Nebensortimente genutzt wird – vermutlich rund 3.000 Quadratmeter.

 

Diese Fläche müsse aber auf die 12.000 qm angerechnet werden, die die Innenstadt noch an zusätzlicher Verkaufsfläche vertrage. Rechne man dann noch die von der Arbeitsgemeinschaft Gütersloh (AGGT) geplanten 5.000 qm bei Wellerdiek sowie die Finke-Bebauung auf dem Kolbeplatz mit 3.000 bis 5.000 qm hinzu, „haben wir alles wunderbar abgerundet“, so Schorcht.

 

Porta werde zudem eine „überragende Anziehungskraft auf Kunden in einem Radius von 30 bis 50 Kilometer rund um Gütersloh ausüben. Vor diesem Hintergrund appellierte Schorcht an die Verantwortlichen, endlich für einen vierspurigen Ausbau der Verler Straße und der B 61 zu sorgen.

 

Karstadt-Chef Klaus-Peter Kundörfer wollte die Porta-Pläne noch nicht bewerten. Er werde sich das erst genauer ansehen.