Westfalen-Blatt "MdB Heiner Kamp"

22.10.2009

Heiner Kamp stellt Weichen für seine Zeit im Bundestag

Im Koalitionspoker glüht der Draht zu FDP-Kollegen

Von Oliver Horst

 

Kreis Gütersloh (WB). Während in Berlin die Parteispitzen um den Koalitionsvertrag ringen, stellt der Versmolder FDP-Bundestagsabgeordnete Heiner Kamp die Weichen für seinen künftigen Arbeitsalltag als Parlamentarier. Am 27. Oktober startet die Legislaturperiode mit der konstituierenden Sitzung.

 

Die Entwicklung der Koalitionsverhandlungen verfolgt Kamp natürlich sehr intensiv. »Wir werden in der wöchentlichen Fraktionssitzung aus erster Hand informiert«, sagt der neu ins Parlament gewählte FDP-Mann. An diesem Tag werden Parteichef Guido Westerwelle und die Mitglieder der Arbeitsgruppen die liberalen Kollegen in Berlin wieder über den aktuellen Stand der Gespräche unterrichten.

Zudem nutzt Kamp Kontakte zu Parteimitgliedern wie Bezirkschefin Gudrun Kopp, um sich auf dem Laufenden zu halten. »Nur aus den Medien lässt sich das gerade in diesen Tagen nicht machen«, sagt Kamp. »Da tauchen Berichte auf, die im absoluten Gegensatz zu dem stehen, was fraktionsintern aus den Verhandlungen zu hören ist. Vieles ist spekulativ oder aus dem Zusammenhang gerissen.« Im Koalitionspoker werde gezielt taktiert, auch Unruhe hineingetragen.

Kamp ist dennoch zuversichtlich, dass die Verhandlungen mit der Union über das Regierungsprogramm für die nächsten vier Jahre bis zum Wochenende zu einem guten Abschluss kommen. Die Vereinbarungen sollen von der FDP-Fraktion am kommenden Samstag abgesegnet werden, für Sonntag ist im früheren Flughafen Tempelhof zudem der außerordentliche Parteitag der Liberalen geplant.

Am Dienstag wird der neu gewählte Bundestag dann erstmals tagen. Für Kamp beginnen dann entscheidende Tage für die nächsten vier Jahre. »Im Anschluss daran werden die Ausschüsse gebildet. Ich werde mich um einen Sitz als ordentliches Mitglied im Verkehrsausschuss bewerben.« Als stellvertretendes Mitglied könnte er in einen der Ausschüsse Wirtschaft oder Familie, Jugend, Senioren oder Tourismus rutschen. 

Die letzten Tage vor dem offiziellen Beginn der neuen Legislaturperiode nutzt Kamp, um Organisatorisches zu regeln. Sein Abgeordnetenbüro wird er aller Voraussicht nach im vierten Stock des Jakob-Kaiser-Hauses beziehen, dem größten Parlamentsgebäude. Zum Aufbau des Büros und eines Netzwerks im politischen Berlin will Kamp auf die Dienste einer erfahrenen Kraft zurückgreifen. Mit mehreren Kandidaten für den Büroleiter-Posten stehen in dieser Woche Bewerbungsgespräche an. Voraussichtlich zwei wissenschaftliche Mitarbeiter für die Fachthemen wird Kamp nach der Entscheidung über die Ausschussbesetzung zudem engagieren.

Vorbereitungen laufen auch für den Aufbau des Wahlkreisbüros, das in Gütersloh eingerichtet wird. »Hier werden Termine vor Ort koordiniert und wird der Kontakt zwischen dem Kreis und Berlin gehalten«, sagt Kamp.

Auch privat trifft der 45-jährige Versmolder Entscheidungen für die Zeit als Parlamentarier. In unmittelbarer Nähe zum Reichstag haben er und seine Frau Anke eine Wohnung gefunden, für die sie in den kommenden Tagen den Mietvertrag unterzeichnen wollen. In den Sitzungswochen will Kamp in Berlin präsent sein. 

Ob der Spagat zwischen Reichstag und Versmolder Rathaus funktioniert, wird sich schon in einer Woche zeigen. Um der konstituierenden Ratssitzung als Stadtvertreter am Abend beizuwohnen, will sich Kamp nach der ersten Parlamentssitzung in Berlin sofort in den ICE setzen.