Guetsel "Fragebogen zum Kommunalwahlkampf"

15.06.2009

1. Wenn Sie gewählt würden – was würden Sie genauso machen und was anders?

 

Als Bürgermeisterkandidat stehe ich nicht zur Wahl, wohl aber als Spitzenkandidat der FDP.

Wäre ich dennoch Bürgermeister, würde ich auf viele repräsentative Termine verzichten und mehr Chef der Verwaltung sein. 

Besonders die Wirtschaftsförderung muss endlich Chefsache / Chefinnensache werden.

 

2. Warum sollten die Gütsler gerade Sie und Ihre Partei wählen?

 

Wir von der FDP wollen keine Grund- und Gewerbesteuererhöhung, sondern mehr Steuerzahler in und für unsere Stadt. Dazu muss die Wirtschaftsförderung auf vielen Gebieten verbessert werden, unter anderem mit einem neuen Gewerbegebiet nördlich der Marienfelder Strasse. Gleichfalls müssen wir noch mehr in die Zukunft investieren, das ist unsere Jugend. Hier benötigen wir mehr Kita-Plätze und ein naturwissenschaftlich ausgerichtetes 3. Gymnasium, weil die beiden anderen Gymnasien aus den Nähten platzen. 

Auf der anderen Seite müssen viele kommunale Leistungen auf den Prüfstand, wir benötigen dringend eine Verschlankung unserer Verwaltung.

 

3. Was ist das Besondere an Ihrer Person?

 

Mein Umfeld sieht mich als ehrlich, gradlinig, schnell analysierend, teamfähig, Werte-konservativ und innovativ, aber auch als eine Person mit Ecken und Kanten, die keine Angst hat und sich ungern verbiegen lässt.

 

4. Wie würden Sie mit der Wirtschaftskrise umgehen und für eine Belebung der lokalen Wirtschaft sorgen?

 

Die schwierigste Frage von allen: Die Rahmenbedingungen (harte und weiche Standortfaktoren) für unsere beiden Weltkonzerne und besonders für die mittelständische Industrie sind zu verbessern. Antragsverfahren im Rathaus sind zu kompliziert und dauern noch viel zu lange. Wir müssen schneller und besser werden. 

 

5. Wie stehen Sie zu den Plänen für ein Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal?

 

Eher negativ: In diese innerstädtische Randlage gehört ein Mix aus Gewerbe, Handel und auch Wohnen, barrierefrei und altengerecht.

Für uns von der FDP ist der beste Standort für ein von allen gewünschtes Einkaufszentrum der Karstadt-Standort mit Umgebung hin zur Münsterstrasse. Bevor wir nicht wissen, was mit Karstadt weiter passiert, dürfen wir nicht an anderer Stelle planen und bauen.

 

6. Wie stehen Sie zum neuen Theater? Sehen Sie die Finanzierung als gesichert an?

 

Der Riesenklotz gefällt mir äußerlich gar nicht, er wirkt erdrückend. Vor Monaten habe ich der Bürgermeisterin eine Wette um 25 Flaschen Sekt angeboten, dass sie es nicht schaffe, das Theater unter 25 Millionen Euro ohne Nebenkosten wie Vorplätze, Hotel oder Parkplatz zu errichten. 

Sie wollte die Wette nicht eingehen. Sie und die Mehrheit aus CDU, SPD und GRÜNEN werden mit den 20 Millionen Euro geplanten Baukosten nicht auskommen, uns die Wahrheit aber erst - und das ist besonders schlimm - nach Kommunal- und Bundestagswahl offenbaren. 

Die dauerhaften Betriebs- und Folgekosten werden uns in Gütersloh enorme Probleme machen. An sich können wir uns das Theater auch ohne Wirtschaftskrise gar nicht leisten.

 

7. Wie stehen Sie zur geplanten Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer? Was bedeutet das für den Wirtschaftsstandort Gütersloh?

 

Die Erhöhung der Grund- und Einkommenssteuer zum 01.01.2010 - also gleichfalls nach den Wahlen - ist ein in der gegenwärtigen Wirtschaftslage völlig falsches Signal. Sie trifft in Gütersloh nicht nur Gewerbetreibende sondern auch Häusle-Bauer und auch alle Mieter.

Die Erhöhung geht auch deshalb ins Leere, weil man "Nackten nicht in die Tasche fassen kann". 

Die Steuereinnahmen brechen nach aktuellen Prognosen eh auf breiter Front weg.

 

8. Und zum Schluss: Ihr ganz persönliches Statement zur Kommunalwahl 2009.

 

Gehen Sie, liebe Gütersloherinnen und Gütersloher, bitte wählen. 

Gerade mit der Kommunalwahl haben Sie die Möglichkeit, über die Zukunft unserer liebenswerten und schönen Stadt nachhaltig mitzuentscheiden.