Neue Westfälische "Zur Absage der Klinikums-Geschäftsführerin"

03.06.2009

"Damit muss man immer rechnen"

 

Gütersloh (ost). Für die Gütersloher Politiker kommt der Rückzug der designierten Klinikums-Geschäftsführerin Dr. Susanne Schlichtner gar nicht mal so überraschend. "Damit muss man bei Personen solchen Kalibers immer rechnen", sagte der Vorsitzende des Krankenhausausschusses, Hans-Dieter Hucke (CDU), gestern.

 

Hucke warnte davor, die Situation zu dramatisieren. "Statt der 1a-Lösung bekommen wir nun also die 1b-Lösung." Hucke bezog sich damit auf den Ratsbeschluss, wonach nun der zweite Kandidat zum Zug kommen soll. Dabei handelt es sich um einen gelernten Banker und Betriebswirt, der an der Uniklinik Aachen beschäftigt ist. Auch der 51-Jährige, ein gebürtiger Westfale, der im Laufe seiner Karriere unter anderem im Krankenhaus Paderborn gearbeitet hat, hatte die Politiker seinerzeit in den Bewerbungsgesprächen überzeugt. Krankenhausdezernentin Christine Lang, die sich am Sonntag gegenüber der NW geschockt über den Rückzug Schlichtners geäußert hatte, ließ gestern mitteilen, das weitere Verfahren müsse nun mit der Politik abgestimmt werden.

 

Annette Kornblum, Krankenhausexpertin der SPD, sah indes ihre Befürchtungen bestätigt. "Ich habe wiederholt im Fachausschuss davor gewarnt, dass Susanne Schlichtner noch abspringen könnte", sagte Kornblum. "Es wäre sinnvoll gewesen, Susanne Schlichtner von Anfang an an den Kooperationsgesprächen mit dem St.-Elisabeth-Hospital zu beteiligen, dann wäre sie vielleicht bei der Stange geblieben." Dass eine Kandidatin sich auf mehrere Stellen bewerbe, sie ihr gutes Recht, umso wichtiger wäre es gewesen, sie an sich zu binden. 

 

Wenig überrascht zeigte sich auch Wolfgang Büscher (FDP). "Ich hätte darauf gewettet, dass Frau Schlichtner noch abspringt." Er könne auch verstehen, dass die Bewerber zögerlich seien. "Sich mit einem Haus bekannt zu machen und gleichzeitig Kooperationsverhandlungen mit einem anderen Krankenhaus aufzunehmen, ist denkbar schwierig für einen Neueinsteiger", sagte Büscher. Ähnliche Probleme habe es seinerzeit ja auch bei der Suche nach einem Geschäftsführer für Stadthalle/Theater gegeben. Der FDP-Mann sagte, der logische Schritt sei es jetzt, die Kooperationsgespräche mit dem St. Elisabeth-Hospital mit dem Ziel weiterzuführen, dass man nur noch einen Geschäftsführer für beide Krankenhäuser brauche.