Neue Westfälische "Klinikums-Fusion"

20.05.2009

Verhandlungen zwischen Kliniken gehen weiter. SPD sorgt sich um katholische Übermacht

 

Gütersloh (ai). Die Stadtverwaltung wird mit dem St. Elisabeth-Hospital und dem katholischen Marienhospital Oelde jetzt konkret über eine engere Zusammenarbeit verhandeln. Dabei ist es offen, ob es zu einer Holding oder zu einer Kooperation, also einer loseren Zusammenarbeit kommt. Einen entsprechenden Auftrag erhielt Dezernentin Christine Lang gestern vom Ausschuss des Städtischen Klinikums. Lediglich die SPD stimmte dagegen.

 

Dabei sehen auch die Sozialdemokraten, dass eine Kooperation mit dem St. Elisabeth-Hospital ebenso wünschenswert wie unumgänglich ist. Doch in der Verwaltungsvorlage wurde – auf Wunsch des St. Elisabeth Hospitals – ausdrücklich das Marienhospital mit ins Boot genommen. In einer Holding würde das Städtische Klinikum 45, das St. Elisabeth-Hospital und das Marienhospital aber zusammen 55 Prozent halten. Matthias Trepper (SPD) kritisierte, dass den Politiker keine Daten über mögliche juristische Verflechtung zwischen St. Elisabeth- und Marienhospital vorliegen.

 

Das Städtische Klinikum stünde gerade jetzt finanziell blendend da, habe Umsatz und Bilanzsumme gesteigert, befinde sich also in ausgezeichneter Verhandlungsposition. „Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile.“ Er forderte, dass man offen nach allen Seiten verhandele, möglicherweise auch andere Häuser mit ins Boot nehmen und sich nicht vor vornherein festlege.

 

Die SPD stand mit ihrer Sorge gestern Abend allein da. Alle anderen Fraktionen stimmten der Vorlage, mit beiden Häusern nun konkret zu verhandeln, zu. Nicht nur Ralph Brinkhaus (CDU), sondern auch Wolfgang Büscher (FDP) befürchteten, das „zarte Pflänzchen“ der Verständigung zu zertreten, wenn man den Verhandlungspartner gleich zu Beginn brüskiere.

 

Ein wenig versöhnlicher wurde die Stimmung, als Geschäftsführer Ingo Engelmeyer zwei Platten mit erlesenen Canapés offerierte und damit bewies, wie vortrefflich er zu wirtschaften weiß, wie sparsam er mit Ressourcen umgeht. Die Schnittchen waren nicht etwa eigens zubereitet, sondern von einem Empfang übriggeblieben. „Wir müssten sie sonst, da nichts in die Krankenhausküche zurück darf, als Schweinefutter verwerten“, sagte Engelmeyer trocken.