Westfalen-Blatt "Ausschuss rettet den Jugendkulturring"

27.11.2009

Stadt prüft neuen Beirat und Träger

 

Gütersloh (rec). Der Jugendkulturring bleibt Gütersloh erhalten. Gegen den Vorschlag der Verwaltung votierte der Kulturausschuss gestern gegen die empfohlene Beerdigung des Gremiums und schlug neue Wege vor.

 

Allen Fraktionen war am Erhalt des frechen, kleinen Kulturprogramms im Schatten der mächtigen Kulturräume gelegen - Marianne Dreckmann (Grüne) legte sogar eine Überprüfung des »Schönen Langen Donnerstag«-Programms der Kulturräume nahe, das als Konkurrenz zum Angebot des Jugendkulturrings empfunden werde.

Dennoch mochten auch die Ausschuss-Mitglieder die fröhliche Reise- und Gelagementalität des amtierenden Kulturringes nicht länger tolerieren. Die CDU schlug in einem Antrag vor, einen unabhängigen Programmbeirat zu gründen, dessen Mitglieder auf Basis einer Vorschlagsliste vom Kulturausschuss zu wählen sind. Die Liste stellen die Parteien und das Jugendparlament zusammen. Der Beirat soll nicht mehr als 15 Mitglieder zählen, die zu zwei Dritteln 35 Jahre und jünger sein müssen. Der Beirat trifft sämtliche Entscheidungen über Programm und Struktur des Jugendkulturring-Angebotes. Die rechtliche und finanzielle Verantwortung bleibt dem CDU-Vorschlag zufolge bei der Stadt. Wilko Wiesner (CDU) erläuterte die Philosophie zum Vorschlag: »Jugendliche sollen ein Kulturprogramm für die Jugend machen. Dabei soll es bleiben.«

SPD und BfGT wollen noch intern über den CDU-Vorschlag diskutieren, signalisierten aber schon einmal grundsätzliche Zustimmung. Norbert Morkes (BfGT), Matthias Trepper und Ingrid Schrader (beide SPD) regten die Einbindung der Weberei als unabhängigen Träger an. Trepper schlug ferner vor, die Weberei auch zum neuen, ständigen Aufführungsort des Jugendkulturrings zu küren: »Die Zielgruppe ist ähnlich und die Weberei hat Erfahrung mit dem Programm.«

Dr. Wolfgang Büscher (FDP) warnte vor der Illusion, dass die Zusammenarbeit immer konfliktfrei verläuft: »Wenn es dann mal kracht, sollte man eine konstruktive Lösung finden.«