Westfalen-Blatt "Jugendkulturring"

29.05.2009

Heidi Ostmeier-Acosta tritt überraschend zurück - Ausschuss vertagt. Kulturring ohne Geschäftsführung

 

Gütersloh (rec). Rücktritt vor Publikum: Im Kulturausschuss hat Heidi Ostmeier-Acosta ihren Chef Andreas Kimpel gestern überraschend aufgefordert, sie von der Geschäftsführung des Jugendkulturringes zu entbinden.

 

In einer »persönlichen Erklärung« im Anschluss an die Beratung über die künftige Struktur des Jugendkulturringes warf Ostmeier-Acosta den ehrenamtlichen Mitgliedern des Jugendkulturrates vor, nur aus Interesse an Privilegien mitzuarbeiten. Die Geschäftsführerin reagierte mit Rücktritt und Erklärung eigenen Angaben zufolge auf den für sie enttäuschenden Verlauf der Beratung im Ausschuss.

Statt wie gewünscht die Mitwirkungsrechte der ehrenamtlichen Mitarbeiter erheblich zu beschneiden, lobten sämtliche Ausschussmitglieder deren Arbeit und vertagten einen Beschluss über die von »Kulturräume«-Chef und Kulturdezernent Andreas Kimpel formulierte Vorlage. Marita Fiekas (CDU) schloss sich dem Lob ihres Gegenübers Ingrid Schrader (SPD) für die große kulturelle Bandbreite im Kulturring an und mahnte, das hohe ehrenamtliche Engagement nicht zu gefährden. Hans-Peter Rosenthal (Grüne) rügte den brachialen Umgang mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern und forderte eine Lösung, mit der alle leben können. Notfalls müsse in der verfahrenen Situation eben ein Moderator gefunden werden, auf den sich beide Seiten - Jugendkulturrat auf der einen, Andreas Kimpel auf der anderen Seite - verständigen könnten. 

Rosenthal griff aber auch die Kritik am Jugendkulturrat auf. Über eine möglicherweise allzu großzügige Freikarten-Praxis sei ebenso zu reden wie über die vielleicht zu günstigen Abo-Preise, über von der Stadt finanzierte Reisen, Übernachtungen und Essen. »Der Jugendkulturrat jedenfalls ist zu solchen Gesprächen bereit«, resümierte Rosenthal.

Auch Norbert Bohlmann (UWG) fürchtete, in der von Kimpel vorgeschlagenen Form drohe der Kulturring »im großen Tanker« Kulturräume GmbH verloren zu gehen. Seine Sympathie gelte der selbstständigen Vereinslösung. 

 

Angesichts der »Verspannungen« schlug Manfred Hambrink (FDP) sogar eine zweijährige Beratungspause vor. Gerhard Piepenbrock (CDU) setzte sich für eine professionelle Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter ein.

Kulturräume-Chef Andreas Kimpel fand den Verlauf der Beratung längst nicht so schlimm wie Heidi Ostmeier-Acosta und bleibt im Amt.