Neue Westfälische "Debatte zum Einkaufszentrum im Ausschuss"

14.11.2008

Kleine Parteien geben Kontra / SPD und CDU wollen weiter beraten VON STEFAN BRAMS

 

Gütersloh. Die Auseinandersetzung um das Wellerdiek-Areal geht munter weiter. Nachdem sich Befürworter und Gegner beinahe täglich in Leserbriefen äußern, der Projektbetreiber Gazit Stellwände aufstellt und Anzeigen schaltet, die Innenstadt AG Flyer verteilt und an Infoständen gegen das Projekt mobil macht, war gestern mal wieder die Politik dran, doch die mochte im Planungsausschuss noch nichts beschließen.

 

Dennoch zeichneten sich nach der x-ten Debatte vor voll besetzten Zuschauerrängen ein paar weitere Konturen ab.

 

Nach der FDP, die bereits in den vergangenen Wochen Nein zum Einkaufszentrum und Ja zum Finke-Projekt am Kolbeplatz gesagt hatte, bezogen nun auch die Grünen und die BfGT klar Stellung gegen die Pläne von Gazit, ein 17.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum zu errichten.

 

Siegfried Kornfeld (Grüne) sagte: „Was wir bekommen, wenn Gazit kommt, weiß ich nicht.“ Er wolle deshalb Gütersloh keinem Selbstversuch aussetzen. Die Annahmen im Gutachten zu Kaufkraft und Einzugsgebiet nannte er zu optimistisch. „Zudem ist mir einer aus Gütersloh, der hier investiert lieber, als einer von auswärts. Zumal, wenn ich nicht weiß, welchen Schaden dessen Projekt in der Innenstadt anrichtet“, positionierte sich Kornfeld pro Finke kontra Gazit.

 

Ähnlich argumentierte Norbert Morkes (BfGT), der betonte, es sei alles gesagt, es könne entschieden werden und zwar gegen Gazit. Das Projekt sei zu groß, die Verkehrsanbindung nicht geklärt und die Schäden für die City seien unabwägbar. Morkes: „Ich vertraue Finke und votiere für das Projekt.“

 

Auch Dr. Wolfgang Büscher bekräftigte das Nein der FDP zu Gazit. Büscher stellte die Annahmen des Gutachtens erneut in Frage und votierte für Finke.

 

Kornfeld stellte schließlich den Antrag, die Innenstadt zwar weiter zu entwickeln, aber die Gazit-Pläne nicht weiter zu verfolgen. Dafür gab’s nur seine Stimme. CDU und SPD, die als einzige im Ausschuss mit stimmberechtigt sind, lehnten ab und referierten in der Sitzung nochmals das Für und Wider, ohne sich festzulegen. Thomas Krümpelmann sagte für die SPD: „Wir brauchen noch Zeit und die nehmen wir uns auch.“ Von etwa zehn Wochen sprach er. Und auch Gerhard Piepenbrock (CDU) zeigte wie Krümpelmann zwar auch Sympathie für Finke, warb aber dafür, weiter zu diskutieren und zudem Gespräche mit Gazit und Finke zu führen, um eventuell beide Projekte zusammenzuführen.

 

Das wiederum nannte Norbert Bohlmann (UWG) „Geeiere“, denn beides gehe nicht, das hätte das Gutachten ergeben. Bohlmann preschte stattdessen mit einem Antrag vor, mit dem die UWG bereits Planungsrecht für das Wellerdiek-Areal schaffen wollte. Abgesehen davon, dass er wohl keine Mehrheit gehabt hätte, zog er seinen Antrag aus formalen Gründen wieder zurück. Eine Entscheidung stand gestern ja ohnehin nicht an.