Neue Westfälische "Politiker debattieren über Einkaufszentrum"

16.05.2008

Angst vor ruinösem Wettbewerb

 

Gütersloh (raho). Vertreter mehrerer Fraktionen haben gestern im Planungsausschuss erhebliche Bedenken gegen die geplante Größe des vorgesehenen Einkaufszentrums bei Wellerdiek geäußert. „20.000 Quadratmeter an zusätzlicher Verkaufsfläche, das ist erheblich zuviel“, betonte CDU-Sprecher Gerhard Piepenbrock. Denn es drohe dann ein ruinöser Wettbewerb. Der gleichen Meinung waren auch FDP, UWG und BfGT. Einig war sich das Gremium, die Vorstellungen des potenziellen Investors Gazit sorgfältig zu prüfen.

 

Dafür machte sich auch die Verwaltung stark. Stadtbaurat Josef E. Löhr erklärte zugleich, darüber gebe es innerhalb der Verwaltung keinerlei Dissens. Der möglicherweise entstandene gegenteilige Eindruck stimme nicht. Löhr selbst hatte vor einigen Monaten skeptisch gegenüber den Gazit-Plänen geäußert.

 

Die CDU setzt sich für eine breite und offene Diskussion über das Thema. Schon am 4. Juni ist eine Podiumsdiskussion geplant, zu der auch Vertreter von Gazit erwartet werden. Weitere Parteien folgen. So plant die SPD eine Infoveranstaltung am 10. Juni. BfGt und FDP setzte diese Reihe vermutlich nach den Sommerferien fort.

 

SPD-Sprecher Thomas Krümpelmann sagte im Ausschuss, das Projekt birge Chance und Risiken. Am hoffe auf einen Gewinn für alle. Er unterstütze ausdrücklich die Bestrebungen von Gazit zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes sowie eines weiteren großen Geschäftes für Unterhaltungselektronik neben dem Media-Markt. Die Gesamtgröße der Einkaufsgalerie dürfe aber nicht dazu führen, dass viele andere Geschäfte in der City schließen.

 

Für die UWG kommen laut Norbert Bohlmann maximal 15.000 Quadratmeter in Betracht. Nicht nur darin war er einer Meinung mit Wolfgang Büscher (FDP). Beide hielten ein neues Alleinstellungsmerkmal für erforderlich, das neue Kunden nach Gütersloh lockt. Büscher setzte sich daher dafür ein, auf weitere Investoren zuzugehen und Ideen zu sammeln.

 

Die BfGT wünscht sich ebenfalls „weitere Frequenzbringer“ (Norbert Morkes) ein. Einen zweiten großen Elektronik-Markt sah er jedoch als problematisch an.

 

Grünen-Vertreter Siegfried Kornfeld riet zu „Bedachtsamkeit“ beim weiteren Vorgehen. Dabei dürfe die emotionale Seite freilich bereits in diesem frühen Planungsstadium nicht außer Acht gelassen werden. „Sonst werden wir möglicherweise hinterher vom Widerstand überrollt.“ Kornfeld selbst wies angesichts eines geplanten Investitionsvolumens von 80 Millionen Euro zugleich auf eine Verlockung hin: „die Erotik des Geldes“.