Westfalen-Blatt "Krankenhäuser"

18.04.2008

Das Tauschgeschäft wird besiegelt

Elisabeth-Hospital bekommt Neurologie, LWL-Klinik die Altersmedizin

 

Gütersloh (rec). Das Elisabeth-Hospital bekommt eine Neurologie, die LWL-Klinik ein Zentrum für Altersmedizin. Dem haben nun auch das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen in Westfalen-Lippe zugestimmt.

 

Laut jüngstem Erlass des Ministeriums kann das Hospital eine Akut-Neurologie mit 36 Betten einschließlich einer »Stroke Unit« zur Akut-Behandlung von Schlaganfällen einrichten. Der LWL-Klinik wiederum wird gestattet, 35 neue Betten im Fachgebiet Neuro-Geriatrie/Schmerztherapie aufzustellen und eine geriatrische Tagesklinik mit zwölf Plätzen aufzubauen. Sie soll mit der bereits vorhandenen Abteilung für Gerontopsychiatrie und der internistischen Abteilung kooperieren. Sowohl das Elisabeth-Hospital als auch die LWL-Klinik sind aufgefordert, die neuen Behandlungsangebote in einem Zentrum für Altersmedizin untereinander abzustimmen.

Um Neurologie und Stroke Unit hatte sich auch das Städtische Klinikum bemüht. Trotz der schwebenden juristischen Ausein-andersetzung zwischen Hospital und Klinikum saßen die beiden Geschäftsführer und Klinik-Dezernentin Christine Lang gestern an einem Tisch im alten Sitzungsraum des Klinikums. Grund dafür war der vom FDP-Ortsverband organisierte Besuch Daniel Bahrs, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Im Schimpfen über die rot-schwarze Gesundheitspolitik fanden sie eine große Gemeinsamkeit. 

Bahr kündigte an, sich für den Verzicht auf die derzeitige Zwangsabgabe für Krankenhäuser einzusetzen - sie belastet die Gütersloher Kliniken mit 200 000 bis 260 000 Euro. Bahr bietet Wetten darauf an, dass der von CDU und SPD angekündigte Gesundheitsfonds niemals kommen wird.