Westfalen-Blatt "Geschäft mit Tiefgaragen - Stadt lehnt Verkauf ab"

11.10.2007

Von Stephan Rechlin

 

Gütersloh (WB). Über Nacht sind die Gütersloher Tiefgaragen und Parkhäuser zu einem glänzenden Geschäft geworden. Darum will sich die Stadt nicht von ihnen trennen.

 

Nach mehr als fünf Jahren Prüfung empfiehlt die Stadt dem Grundstücksausschuss, Tiefgaragen und Parkhäuser im Eigentum der Stadt zu belassen und sie »auch zukünftig unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten« zu betreiben. Galten die Parkhäuser in vorangegangenen Ausschuss-Sitzungen stets als reine Defizit-Betriebe, so sei unter der gegenwärtigen Gebührenstaffelung ein Jahresgewinn in Höhe von 260 000 Euro erzielbar. Mit einer Gebührenerhöhung - ein Euro für die erste und jede weitere halbe Stunde - sei dieser Gewinn auf 690 000 Euro zu steigern. Dem stehe ein Investitionsstau von 750 000 Euro gegenüber. Der Gütersloher Einzelhandels-Verbands-Vorsitzende Rainer Schorcht begrüßt die Empfehlung. Mit dem Verkauf der Parkhäuser an einen auswärtigen Investor seien die günstigen Gütersloher Parkgebühren nicht zu halten. In diesem Fall seien Kaufsummen von bis zu elf Millionen Euro wieder zu verdienen. Schorcht mahnt die Stadt, die geplante Gebührenerhöhung erst nach den erforderlichen Ersatz-Investitionen vorzunehmen. Darüber hinaus bekräftigt er die Bereitschaft des Einzelhandels-Verbandes, die Parkhäuser zu pachten und zu betreiben: »Die Gütersloher sollen weiter preiswert parken können. Das ist für die Innenstadt überlebenswichtig.«

In einem Antrag fordert die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), Parkhäuser und Tiefgaragen bis spätestens 31. Dezember meistbietend zu veräußern. Der von der Stadt errechnete Gewinn reiche nicht im Ansatz aus, um Abschreibungen und Investitionsstau zu finanzieren. Dagegen würde ein Verkaufserlös von zehn Millionen Euro dazu beitragen, die Stadt jährlich um 650 000 Euro zu entschulden. Bei ihrer Verkaufsabsicht bleibt auch die FDP-Fraktion. Fraktionschef Hartwig Fischer fragt, warum die neuen Zahlen plötzlich stimmen, die alten aber nicht.