Westfalen-Blatt "Gütersloh benötigt drittes Gymnasium"

09.08.2007

FDP im Gespräch mit Regierungspräsidentin

 

Gütersloh (WB). Die FDP hält ein drittes Gymnasium in Gütersloh für dringend notwendig. Um die Möglichkeiten hierfür ausloten, fuhr eine Delegation jetzt nach Detmold zur Bezirksregierung.

 

Nach einer Diskussionsrunde im Frühjahr mit Andreas Kimpel und Detlef Zumwinkel vom Fachbereich Schule der Stadt zum Thema »Drittes Gymnasium in Gütersloh« trafen sich Vertreter der Gütersloher FDP mit Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Schulabteilungs-Leiter Michael Uhlich, Verwaltungsjuristin Maria Kisting-Dierker sowie dem schulfachlichen Dezernenten Dr. Egon Gindele, um deren Meinung zu erfragen. 

Nach Angaben von Ratsherr Dr. Wolfgang Büscher wurde auch auf der Seite der Bezirksregierung die Notwendigkeit einer Ausweitung des gymnasialen Angebotes in der Stadt Gütersloh gesehen. Die Detmolder hätten sich gegen ein länger andauerndes Provisorium (Dependance-Schule) ausgesprochen und den Güterslohern empfohlen, die Stadtentwicklung mit der Schulentwicklung zu verbinden. Seitens der Bezirksregierung werde es - falls es in Gütersloh eine politische Entscheidung zur Einrichtung eines weiteren Gymnasiums gebe - jedwede Unterstützung und Beratung geben, allerdings kein Geld, da Schulbaumaßnahmen seit 2003 über so genannte jährliche Schulpauschalen vom Land abgegolten würden.

Die Mindestgröße für die Genehmigung von Gymnasien liegt bei einer Dreizügigkeit, die das Evangelisch Stiftische Gymnasium mit derzeit fünf und das Städtische Gymnasium mit sieben (mehr als 1600 Schüler) mehr als erfüllen. Laut FDP sind in Gütersloh ansteigende Schülerzahlen zu erwarten, so dass kurzfristig mit mehr als zwölf gymnasialen Zügen gerechnet werden muss. Momentan liege Gütersloh mit einer Übergangsquote von 32 Prozent von den Grundschulen zum Gymnasium noch 6 Prozent unter dem NRW-Durchschnitt. 

Die Gütersloher FDP sieht eine dringende Notwendigkeit zur Neuerrichtung eines weiteren Gymnasiums, auch um soziale Ungleichheiten zu beseitigen, die durch fehlende gymnasiale Schulplätze entstehen können. Für die Liberalen sind als mögliche Standorte das Pfleiderer-Gelände an der Holzstraße sowie das Gebäude der Volkshochschule (ehemalige Realschule) geeignet. Träger einer solchen neuen Schule muss nach Ansicht der Gütersloher FDP nicht unbedingt die Stadt sein. Vorstellbar sei auch, dass sich in der langen Geschichte des Gütersloher Stiftungswesens eine Stiftung der Trägerschaft annehme. Auf jeden Fall gebe es schnellen Handlungsbedarf, weil eine zu große Schule nicht mehr im Sinne der Schülerinnen und Schüler zu organisieren sei.