Westfalen-Blatt "Weggang von Ehlers"

30.07.2007

Büscher wirft Mehrheit Augenwischerei vor

Harsche Kritik an Gewerbeflächenpolitik

 

Gütersloh (WB). Im Streit um den Wegzug der Firma Ehlert hat sich jetzt auch die Gütersloher FDP eingeschaltet. Nach Meinung von Ratsherr Dr. Wolfgang Büscher ist der Wegzug des Gütersloher Traditionsunternehmens »eindeutig auf die desolate Gewerbegebietspolitik der Mehrheitsfraktionen von CDU und Grünen zurückzuführen«. Sein Vorwurf: Statt den von der Bezirksregierung vorgeschlagenen 100 Hektar neuer Gewerbegebiete habe man im neuen Flächennutzungsplan (FNP 2020) weniger als 30 Hektar ausgewiesen - und darin seien die acht Hektar am Lupinenweg enthalten, die Ehlert zum Expandieren dringend benötigt hätte. 

»Die Stadt-CDU war anfänglich für ein Gewerbegebiet am Lupinenweg, auf Drängen der Spexarder CDU sprach man sich dann dagegen aus. Schließlich erklärten sich die Spexarder Christdemokraten doch mit einer Ausweisung eines Gewerbegebietes am Lupinenweg einverstanden, wohlwissend, dass die Verkaufsbereitschaft der dortigen Landbesitzer gegen Null tendiert. Augenwischerei oder Volksverdummung nenne ich das«, erklärt Büscher in einer Stellungnahme. Was Gütersloh benötige, seien zusammenhängende Expansionsflächen, damit florierende Betriebe in der Stadt gehalten und vielleicht sogar neue angelockt werden könnten. Die FDP-Idee, diese Flächen weiter nördlich an der Marienfelder Straße vor dem Flughafen auszuweisen, ist aus seiner Sicht zukunftsweisend. »Die CDU wird sich weiter mit Boule- und Kunsteisbahnen beschäftigen, währenddessen führen die Bürgermeister Hermreck aus Verl und Jostkleigrewe aus Rheda-Wiedenbrück zielgerichtete Verkaufsgespräche, was Maria Unger in Gütersloh nicht kann, unter anderem weil ihr die Mehrheitsfraktionen im Rat die dazu notwendigen Areale nicht zur Verfügung stellen. Armes Gütersloh«, meint der FDP-Ratsherr.