Neue Westfälische "Teure Haltestellen plötzlich überflüssig"

10.11.2007

Stadt wartet noch mit baulichen Veränderungen

 

Gütersloh (raho). Das neue Buskonzept der Stadtwerke Gütersloh (SWG) könnte für die Stadt ein teures Nachspiel haben. Denn außer neuen Linien, kürzeren Fahrtakten und veränderten Routen hat die Umstellung auch dazu geführt, dass Haltestellen neu eingerichtet oder stillgelegt wurden. Und für den Bau sowie den Abbau ist generell die Kommune zuständig und nicht das Verkehrsunternehmen.

 

Die SWG sind lediglich für die Masten samt Fahrplänen zuständig. Die Wartehäuschen werden in Gütersloh von der Firma JC Decaux aufgestellt.

 

Dennoch geht die Stadt allein für kommendes Jahr von rund 100.000 Euro aus, die für die Haltestellen ausgeben werden müssen. Im Jahr darauf sind es nach Angaben von Alfons Buske, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, voraussichtlich sogar 180.000 Euro.

 

Diese hohen Summen kommen vor allem dann zusammen, wenn viele der neuen Haltestellen als sogenannte Buskaps gestaltet werden, also mit einem Hochbord, damit die Fahrgäste bequem und stufenlos einsteigen können. Rund 13.000 Euro betragen die Kosten pro Haltestelle im Durchschnitt.

 

„Bevor gebaut wird, muss natürlich klar sein, dass die Haltestelle auch da bleibt, wo sie neuerdings ist“, betonte Buske. Und das stehe derzeit noch nicht fest. Schließlich befinde sich der neue Fahrplan noch in der Versuchsphase; weitere Änderungen könnten daher nicht ausgeschlossen werden.

 

Die scheinen sogar wahrscheinlich, nachdem es in den vergangenen Wochen doch zu zahlreichen Kunden-Beschwerden gekommen war. Die Geschäftsführung warnte unlängst aber vor voreiligen Reaktionen. Schließlich haben auch in der Stadtverwaltung Mitarbeiter die Erfahrung gemacht, dass sich in persönlichen Gesprächen die Gemüter meistens beruhigen lassen und Forderungen, den alten Zustand wiederherzustellen, fallengelassen werden.

 

Es könne aber durchaus sein, dass alte Haltestellen demnächst wieder reaktiviert werden, teilten die Stadtwerke auf Anfrage mit und verwiesen auf die Fälle Böhmerstraße, Brockweg und Hudeweg, die vor dem jüngsten Fahrplanwechsel nicht mehr angefahren wurden.

 

Aus diesem Grund sollten die momentan überflüssigen zehn Haltestellen mit Hochbord nicht, wie die FDP am Donnerstag im Planungsausschuss befürchtete, komplett zurückgebaut werden. So bleibe eine künftige Andienung möglich, hieß es. Und die Stadtkasse schont das auch.