Neue Westfälische "Doch Gewerbe in Blankenhagen"

09.11.2007

Neuer Vorstoß der FDP scheint bei Ratsmehrheit auf Zustimmung zu stoßen

VON RAINER HOLZKAMP

 

Gütersloh. Die massiven Proteste sind noch lebhaft in Erinnerung; die in erbitterten Wortgefechten geschlagenen Wunden bei manchem bis heute kaum verheilt. Und doch wagt sich jetzt die FDP aus der Deckung: „Wir werden das Fass wieder aufmachen“, erklärte Fraktionsvorsitzender Hartwig Fischer auf Anfrage. Gemeint ist eine Art Pulverfass in der Debatte um die Verortung neuer Gewerbeflächen.

 

So soll nun doch, und nicht nur nach dem Willen der FDP, ein Areal nördlich der Marienfelder Straße ( B 513) in Blankenhagen ausgewiesen werden. Zwar keine 100 Hektar groß, wie ursprünglich geplant, aber doch in einem Umfang, der in etwa der gesamten Fläche entspricht, die in den vergangenen Jahren während des zähen und konfliktträchtigen Prozesses zur Gebietsentwicklungs(GEP)- und Flächennutzungsplanung (FNP) verortet wurde. Die Rede ist von „30 bis 40 Hektar“.

 

Für das Projekt haben die Liberalen offenbar einen starken Partner gefunden. So bestätigte CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus „Sondierungsgespräche“ über das heikle Thema. Viel mehr noch nicht, da mit dem Plattform-Partner, den Grünen, noch nicht geredet wurde.

 

Freilich waren es auch sozusagen grüne Gründe, die bisher gegen ein Gewerbegebiet an der Stelle sprachen. Schließlich handelt es sich hier um einen der wenigen großen zusammenhängenden freien Landschaftsräume. Insofern könnte die schwarz-grüne Plattform an dieser Frage einen Riss bekommen, so dass andere Mehrheiten notwendig wären. Hartwig Fischer könnte sich eine Mehrheit aus CDU, FDP und UWG vorstellen.

 

Er rechnet ohnehin mit erheblich weniger Widerstand als vor Jahren. Bis auf einen hätten sich inzwischen alle anderen betroffenen Landwirte bereiterklärt, Flächen zu verkaufen.