Westfalen-Blatt "Bettenhaus Süd"

15.02.2007

Stippvisite im Bettenhaus

FDP lud zum Rundgang mit Architekt Norbert Beckmann

 

Gütersloh (rec). Die größten Gegner des neuen Bettenhauses bekommen es als erste zu sehen. Der Gütersloher Architekt Norbert Beckmann zog gestern mit Mitgliedern des FDP-Ortsverbandes vom Keller bis in die fünfte Etage des Neubaus am Städtischen Klinikum.

Der Bau ist zwei Monate im Verzug - am Ende dürften es wohl viereinhalb werden. Zeit, in der Kredite zu bedienen sind, ohne dass auch ein Patient aufgenommen werden kann. »Das ist eine Begleiterscheinung der europaweiten Ausschreibung«, erläuterte Beckmann. Weil er jedes Gewerk, jeder Handschlag allen dafür in Frage kommenden Firmen in Europa anbieten musste, habe er nicht einfach heimische Handwerker nehmen dürfen, die sich kennen und miteinander kooperieren. Bis zu 65 Firmen waren in den vergangenen zwei Jahren auf der Baustelle. Fünf von ihnen lieferten so schlechte oder gar keine Arbeit ab, dass die Stadt nun Regressansprüche erheben wird. 

Damit das Bettenhaus trotzdem fertig wurde, griff Beckmann zu Lösungen wie bei der Tür im Erdgeschoss. Weil es die Warschauer Firma auch bei ihrem dritten Besuch nicht schaffte, die richtige Tür wie vereinbart zu installieren, wurden am Ende zwei Gütersloher Unternehmen zu Hilfe gerufen. Jetzt ist die Tür drin. »Der Zeitplan ist überschritten, der Finanzplan nicht. Wir werden innerhalb des vorgegebenen Rahmens von 21,3 Millionen Euro bleiben,« teilte Beckmann mit.

Nicht zuletzt, weil gespart wurde, wo es möglich war. Die neuen Betten, die dort einmal aufgestellt werden sollen, wurden noch zum 16-prozentigen Mehrwertsteuersatz erhoben. Die Lüftungszentrale unterm Dach wurde in industrieller Stahlbauweise aufgesetzt. 

Der Neubau förderte auch Baufehler zu Tage. Weil im Anbau von 1983 der Keller gespart wurde, mussten Versorgungsleitungen drum herum oder oben drüber gelegt werden - ein teurer Aufwand. Das neue Bettenhaus ist gerade fertig, da sieht Beckmann bereits neue Herausforderungen: »Nun sollte so schnell wie möglich der Altbau saniert oder abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dann wäre das Städtische Klinikum hervorragend aufgestellt.«