Westfalen-Blatt "Theater"

22.06.2006

»Ohne Neubau wäre das Theater in Gütersloh tot«

 

Große Mehrheit für das Projekt -BfGT nicht einig

 

Gütersloh (mdel). So viele strahlende Gesichter hat man in den vergangenen Jahren selten im Rathaus gesehen. Mit großer Mehrheit hat sich der Rat gestern Abend für den Neubau eines Theaters entschieden. 

 

Es war nicht der Tag von Norbert Morkes. Erst musste der BfGT-Ratsherr erfahren, dass die Stadt das von seinem Verein angestrengte Bürgerbegehren für unzulässig hält (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite), dann war er der einzige aus seiner Fraktion, der gegen den Neubau nach dem Entwurf des Hamburger Architekten Jörg Friedrich stimmte. Petra Demuth, Alfried Gutsche und Wolfgang Harbaum von der BfGT enthielten sich genauso wie Hartwig Fischer von der FDP. 

»Drei der vier BfGT-Ratsmitglieder sind heute der Überzeugung, dass mit einer Entscheidung gegen einen Neubau attraktives Theater in Gütersloh für lange Zeit tot wäre«, erläuterte Gutsche in einer Stellungnahme. Die Abstimmung innerhalb der Fraktion für oder gegen ein Bürgerbegehren habe unentschieden geendet. Die Mehrheit der Vereinsmitglieder habe sich dafür ausgesprochen. »Wir drei sind davon überzeugt, dass ein Theater-Neubau das kulturelle Leben in Gütersloh nicht nur bereichern, sondern auch zu einer positiven Aufbruchstimmung beitragen wird«, meinte Gutsche. 

Extra aus Hamburg angereist war gestern Abend der frühere Kulturdezernent Ansgar Wimmer. Wohlwollend dürfte er als Theaterbefürworter registriert haben, dass eine große Mehrheit hinter dem 19 Millionen-Euro-Projekt steht. Die SPD-Fraktionschefin Ingrid Tiedtke-Strandt sprach von einem »guten Tag für Gütersloh«. Ebenso euphorisch äußerten sich Marita Fiekas von der CDU (»Der Friedrich-Entwurf ist ein architektonisches Highlight«) und Marianne Dreckmann von den Grünen (»Wir wollen im Mai 2009 in unser Theater gehen«). Dr. Wolfgang Büscher von der FDP (»Ja, aber nicht um jeden Preis«) forderte den Theater-Förderverein auf, für eine Aufbruchstimmung zu sorgen. Aus der Bürgerschaft müssten an Spenden 3,9 Millionen Euro kommen. Peter Kalley (UWG) äußerte die Hoffnung, dass das Theater ein offener Ort kultureller Begegnung sein wird. Dagegen wies Norbert Morkes (BfGT) erneut auf die Risiken im städtischen Etat hin. Die Haushaltsberatungen würden beweisen, dass die Sparanstrengungen fortgesetzt werden müssten.