Westfalen-Blatt "Stadt schürt Hoffnung am Lupinenweg"

28.12.2006

Neue Perspektive für Ehlert

Von Stephan Rechlin

 

Gütersloh (WB). Die Neubaupläne der Gustav Ehlert GmbH & Co. KG bringen frischen Schwung in die Debatte um die Ausweisung neuer Gewerbegebiete in Gütersloh. Bauamtsleiter Josef E. Löhr und Planungsamtschef Michael Zirbel legten den Ratsfraktionen noch vor Weihnachten den neuen Entwurf eines Flächennutzungsplans (FNP) vor. Diesmal steht der Lupinenweg in Spexard mit drin.

 

Allerdings nicht im vollen Ausmaß. Die Firma Ehlert soll dem neuen Entwurf zufolge acht Hektar auf der umstrittenen Fläche jenseits der Gleise bekommen. Darauf ist dann noch ein grüner Schutzwall zur Determeyer-Siedlung hin anzupflanzen. Insgesamt blieben der Firma 7,2 Hektar für die gewünschte Erweiterung - Ehlert hatte einen Bedarf von rund 4,4 Hektar angemeldet.

Diese acht Hektar und die rund 20 Hektar am Hüttenbrink in Spexard bilden den Gewerbegebiets-Kern des neuen FNP. Die bisher diskutierten Flächen an der Trendelheide, an der Berliner Straße und in Kattenstroth wären damit vom Tisch. Über die mögliche Auswahl weiterer Flächen in Gütersloh mochte die Stadtverwaltung keine Auskunft geben - die Vorschläge sollen erst einmal in einer Vorlage ausformuliert und dem Planungsausschuss vorgelegt werden.

Mit diesem Vorschlag bliebe die Stadtverwaltung weit unter den Möglichkeiten, die der im Jahre 2003 vom Regionalrat beschlossene Gebietsentwicklungsplan (GEP) der Stadt eröffnet. Damals ist die Ausweisung neuer Gewerbegebiete auf insgesamt 40 Hektar am Lupinenweg und am Hüttenbrink beschlossen worden. Weitere 50 Hektar sollten frei hinzugewählt werden können. Seit dem Sommer wird dazu die Realisierungschance eines interkommunalen Gewerbegebietes zwischen Gütersloh und Verl untersucht.

Die CDU-Fraktion lehnt ein weiteres Gewerbegebiet am Lupinenweg ab. Der neue Entwurf ist nach Auskunft von Fraktionsvorsitzendem Rudolf Bolte in der Fraktion bereits einmal beraten worden. Der Grundtenor sei positiv: »Die Firma Ehlert braucht eine Lösung, die Firma Ehlert bekommt eine Lösung.« Der Vorschlag aus der Stadtverwaltung trage dem Erhalt der Wohnqualität in Spexard in hohem Maße Rechnung. »Um nichts anderes ist es uns gegangen. Spexard ist überproportional mit Gewerbe belastet und verträgt keine neuen, großen Industrieansiedlungen.« Der Firma Ehlert werde planungsrechtlich so weit wie möglich entgegengekommen: »So haben wir es bei Lycos auch gemacht.« Allerdings sei offen, ob die Grundstücksinhaber am Lupinenweg überhaupt verkaufen wollten.

Der stärkste Widerstand gegen neues Gewerbe am Lupinenweg ging bislang vom CDU-Ortsverein Spexard aus. Dort sind die neuen Pläne nach Auskunft von Ratsfrau Ingrid Hollenhorst (CDU) noch nicht beraten worden: »Wenn das Spexarder Unternehmen Ehlert erweitern möchte, dann finden wir dafür auch einen Weg.« Ratsfrau Monika Paskarbies kündigte in der Fraktion an, sich bei den beiden Grundstücksinhabern für einen Verkauf der benötigten Flächen an die Firma Ehlert einzusetzen.