Westfalen-Blatt "Klinikum gGmbH"

19.05.2006

Klinikwandel in Eile BfGT und FDP stimmen gegen gGmbH

 

Gütersloh (rec). Die BfGT und die FDP werden heute im Gütersloher Rat gegen die Wandlung des Städtischen Klinikums in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) stimmen. Der folgenschwere Grundsatzbeschluss ist ihnen zu schlecht vorbereitet.

»Zur möglichen Privatisierung der Bäder gibt es seitenlange Expertisen. Die Privatisierung des Klinikums aber sollen wir beschließen, bevor der juristische und finanzielle Rahmen überhaupt auch nur erörtert wurde«, stellt Norbert Morkes (BfGT) in einem gemeinsamen Pressegespräch mit der FDP fest. Die vor zwei Jahren vorgelegten Zahlen seien überholt. Die Gründung der gGmbh solle nun möglichst schnell durchgesetzt werden, um einen Zusammenschluss mit dem Klinikum Ravensberg (Krankenhäuser Halle und Versmold) durchzusetzen. Dort sei der Gütersloher Pflegedienstleiter Rainer Jakobi bereits in dieser Funktion tätig. »Wir sollen also nur schnell beschließen, was faktisch schon längst in die Wege geleitet wurde,« moniert Dr. Wolfgang Büscher (FDP).

Die angestrebte Fusion sei das falsche Ziel. »Statt zweier schwacher braucht das Klinikum Gütersloh einen starken Partner,« sagt Büscher. Ein Unternehmensberater solle darum prüfen, unter welchen Bedingungen eine Fusion mit dem Elisabeth-Hospital in Frage komme. Bisher seien diese Verhandlungen an der Frage gescheitert, wer die Anteils-Mehrheit halten solle. »Das Elisabeth-Hospital ist derzeit besser aufgestellt als das Städtische Klinikum. Darum könnte es ruhig 51 Prozent an einer gemeinsamen Gesellschaft halten«, argumentiert Hartwig Fischer (FDP). Angesichts bevorstehender Chefarzt-Pensionierungen sei die Gelegenheit für eine gemeinsame Neuausrichtung günstig wie nie.