Westfalen-Blatt "Ein »gefühlsschädlicher« Haushalt"

15.03.2006

Gütersloh (rec). Nettoneuverschuldung bei null Euro, eine freie Spitze in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Der Haushalt 2006 der Stadt Gütersloh verspricht schon jetzt ein Traumergebnis.

Möglich wird dies durch eine Gewerbesteuer-Nachzahlung in Höhe von 14,7 Millionen Euro und durch 2,6 Millionen Euro höhere Schlüsselzuweisungen. Sogar die eigentlich abgeschafften Ausgleichszahlungen für britische Familien tauchen mit einem Zuschuss in Höhe von 787 700 Euro noch einmal auf. Ingrid Tiedtke-Strandt (SPD) hob die Leistung hervor, 21 Millionen Euro ohne Kreditaufnahme zu investieren: »Das schafft kaum noch jemand in Nordrhein-Westfalen.« Für Ralph Brinkhaus (CDU) sind die Zahlen dagegen »gefühlsschädlich«: »Sie suggerieren eine Sicherheit, die wir nicht haben. Schon im nächsten Jahr werden die Schlüsselzuweisungen einbrechen.« Kämmerer Dr. Klaus Wigginghaus sei sich dessen bewusst: »Die nun gebildete Rücklage soll dem ein wenig vorbeugen.« Die Mehrheit im Finanzausschuss lehnte Anträge der BfGT (4,8 Millionen Euro zusätzliche Einsparungen) und der FDP (eine Million Euro für die Straßenunterhaltung) ab.