Westfalen-Blatt "FDP-Kritik am Flächennutzungsplan"

29.12.2006

»Armes Gütersloh«

 

Gütersloh (WB). Die Gütersloher FDP geht mit CDU und Grünen hart ins Gericht. Ratsherr Dr. Wolfgang Büscher nennt die Gewerbeansiedlungspolitik der Mehrheitsfraktionen eine »lokale Katastrophe«.

 

Büscher bezieht sich in einer Stellungnahme auf den neuen Entwurf eines Flächennutzungsplanes (FNP), der den Fraktionen noch vor Weihnachten vorgelegt wurde und der eine acht Hektar große Fläche am Lupinenweg in Spexard ausweist (das WB berichtete gestern). Die Planer der Bezirksregierung hätten der Stadt 1999 geraten, mittelfristig 100 Hektar neue Gewerbeflächen auszuweisen. »Davon scheinen nach nunmehr sieben Jahren Zeit des Überlegens und Diskutierens nur noch weniger als 30 Hektar im Gütersloher FNP, der eine Laufzeit bis 2020 haben soll, übrig zu bleiben« kritisiert Büscher. Statistiker sähen in OWL und in Gütersloh eine gegen den Bundestrend wachsende Bevölkerung und rieten den Kommunen, sich darauf durch Ausweisung von neuen Gewerbe- und Wohngebieten einzurichten. Momentan sei Gütersloh die einzige Stadt in OWL, die dies nicht einmal im Ansatz versuche.

Ein Gewerbegebiet nördlich der Marienfelder Straße, das im Entwurf des Gebietsentwicklungsplans (GEP) gestanden habe, sei im Planungsausschuss nicht mehrheitsfähig gewesen. Obwohl es verkaufswillige Eigentümer gegeben habe. »Die Trendelheide in unmittelbarer Nachbarschaft eines vorhandenen Gewerbegebietes schien nun mehrheitsfähig. Die Avenwedder CDU-Kirchturmpolitiker warfen mit ihrer Mehrheit auch diese notwendige Fläche aus dem FNP wieder heraus. Gleiches galt für den Lupinenweg, den die Spexarder CDU nicht haben wollte«, erklärt Büscher. In einem peinlichen Schnellschuss seien zwar noch kleinere Ersatzflächen an der Berliner Straße und am Stadtring Kattenstroth in die Diskussion gebracht worden. Jeder halbwegs geschulte Laie habe jedoch vorhersehen können, dass diese Flächen gänzlich ungeeignet seien. Auch ein interkommunales Gewerbegebiet mit Verl werde es in absehbarer Zeit nicht geben.

»Was bleibt, sind mickrige 28 Hektar, die auch noch in den Sternen stehen, weil der Hüttenbrink über eine teure Autobahnbrücke erschlossen werden muss und das Gewerbegebiet Lupinenweg noch längst nicht die Zustimmung der Spexarder CDU hat. Armes Gütersloh«, meint Büscher.