Die Glocke "FDP macht mobil. Geld fürs Theater oder Abriss"

22.02.2005

Von DORIS PIEPER

 

Gütersloh(gl). Es geht weiter mit dem "Theater ums Theater". Im Juli 2005 endet die aus dem Bürgerentscheid resultierende Sperrfrist, die jedwede Beratung über einen Theaterneubau für zwei Jahre auf Eis gelegt hat. FDP und BfGT wollen frühzeitig aktiv werden und halten für den nächsten Kulturausschuss am Montag, 28. Februar, gleich drei Anträge zum Thema parat. Die FDP pocht darauf, dass die 7,5 Millionen Euro Teilerlös aus dem Verkauf der Stadtwerke Ð wie geplant Ð für eine Spielstätte in den Haushalt eingestellt werden. Der Betrag soll zu gleichen Teilen auf die Jahre 2005 bis 2008 aufgeteilt werden. Auf Nachfrage der "Glocke" erklärte Fraktionschef Hartwig Fischer: "Wir wollen nicht, dass das Geld bis zum St. Nimmerleinstag in Vergessenheit gerät." Werden die Mittel nicht eingestellt, so wäre das nach Meinung der FDP politisch ein falsches Signal: "Denn damit würde dokumentiert, dass das Theater in Gütersloh keine Zukunft mehr hat." Fischer moniert, dass sich die beiden großen Parteien mit Blick auf den zu stemmenden Finanzrahmen zu zurückhaltend geben. "Geld für einen Theaterneubau wäre aber da", macht er mit Blick auf den jüngsten Grundstücksausschuss seine Rechnung auf. Dort hatte die FDP Anfang Februar bereits beantragt, einen Teil des Erlöses aus den in den vergangenen fünf Jahren (einschließlich 2005) verkauften städtischen Immobilien zu nutzen. Fischer: "Die Verkaufserlöse belaufen sich auf rund 10,2 Millionen Euro." Reinvestiert wurden und werden in die Häuser aber insgesamt nur rund 1,4 Millionen. Bleiben etwa 8,7 Millionen Euro übrig. "Zusammen mit den 7,5 Millionen Euro aus dem Stadtwerkeverkauf und den von Bertelsmann und Miele zugesicherten Spenden wären das über 21 Millionen Euro für ein neues Theater." Im Grundstücksausschuss, argumentiert der Fraktionschef weiter, habe Einigkeit darüber bestanden, Verkaufserlöse entweder zum Vermögenserhalt städtischer Immobilien zu nutzen oder zur Schuldentilgung zu verwenden. Das sei aber offensichtlich nicht geschehen. Fischer: "Die Erlöse sind irgendwo in den Haushalt eingeflossen. Da ist Geld vernichtet worden." Sollte sich auch im Kulturausschuss nichts bewegen, so will die FDP demnächst einen Antrag auf Abriss der Paul-Thöne-Halle stellen ÐÊdamit Bewegung in die Theater-Diskussion kommt. Die BfGT möchte Ð wie bereits berichtet Ð zum einen einen Arbeitskreis "zur Schaffung einer Theaterspielstätte" einrichten. Darin sollen die von ihr favorisierten Umbaupläne der Paul-Thöne-Halle durch das Architektenteam Beckmann diskutiert und eventuell "um andere Vorschläge ergänzt oder erweitert" werden. Bis Gütersloh ein adäquates Theaterhaus besitzt, sollen das Theater- und Konzertprogramm den örtlichen Gegebenheiten angepasst sowie eine Kooperation mit Bielefeld und die Nutzung der Angebote zu Theaterbesuchen in anderen Städten genutzt werden. Die Sitzung des Kulturausschusses beginnt am 28. Februar um 17 Uhr im Rathaus.