Neue Westfälische "Hauptausschuss debattierte Rathauserweiterung"

06.07.2005

Bekenntnis nur zum Bürgerbüro

 

Gütersloh (raho). Sieben Jahre nach den ersten Überlegungen zur Einrichtung eines städtischen Bürgerbüros scheint das Projekt nun kurz vor der Verwirklichung zu stehen. „Endlich“, wie SPD-Fraktionsvorsitzende Ingrid Tiedtke-Strandt am Montag im Hauptausschuss aufatmete.

 

Zugleich blieb aber offen, ob und welche weiteren Vorschläge des heimischen Architekturbüros Hauer und Kortemeier zur Erweiterung des Rathauses (NW vom 25. Juni) aufgegriffen werden. Darüber soll nach den Sommerferien entschieden werden.

 

In einem ausführlichen Vortrag stellte Architekt Walter Hauer den Politikern das Konzept vor. Es sieht neben dem Bürgerbüro im Rathaus II einen neuen Haupteingang samt Infotresen zwischen beiden Häusern, eine neue eingeschossige Brücke sowie eine Erweiterung des Hauses II um einen Anbau mit insgesamt 1000 Quadratmetern Nutzfläche vor. Später solle das Erdgeschoss des Hauses I umgestaltet werden.

 

Auch die CDU gab ein klares Bekenntnis zum Bürgerbüro ab. „Das wollen wir so schnell wie möglich haben“, sagte Dr. Thomas Foerster. Die Kosten in Höhe von 400.000 Euro sollten auf jeden Fall bereitgestellt werden. Hinter alle weiteren vorgeschlagenen Investitionen (insgesamt 3,7 Millionen) setzte Foerster Fragezeichen, insbesondere die knapp zwei Millionen Euro teure Erweiterung des Hauses II: „Wir müssen erst wissen, was wir in Zukunft wirklich brauchen.“

 

Hartwig Fischer (FDP) äußerte sich noch ablehnender. In Zeiten der Haushaltskonsolidierung könne sich die Stadt so ein Projekt nicht erlauben. Norbert Morkes (BfGT) bezeichnete viele der angedachten Veränderungen als „Kosmetik“. Norbert Bohlmann (UWG) hielt die neue Brücke für entbehrlich und hielt eine zurückhaltendere Gestaltung des neuen hoch überdachten Eingangs der Mentalität der Gütersloher für angemessener. Auch Wiebke Brems (Grüne) mahnte, die angedachte Verschlankung der Verwaltung zu berücksichtigen.

 

Beigeordnete Christine Lang erklärte, die Erweiterung des Hauses II ließe sich durch entfallende Kosten für angemietete Räume gegenfinanzieren. Es handelt sich demnach um jährlich 114.000 Euro. Für die Erweiterung des Rathauses spreche auch, dass es stets erklärtes Ziel gewesen sei, infolge von Personalabbau frei werdende Flächen zu nutzen, um bessere Büroarbeitsplätze zu schaffen.