Die Glocke "Landeswahlparteitag"

11.07.2005

400 FDP-Landesdelegierte in der Stadthalle

Viel Lob für die Stadthalle, guter Platz für Kamp

 

Von JOHANNES BITTER

 

Kreis Gütersloh(gl). Wenn der Weg nach Berlin dank Köln-Mindener-Eisenbahn und Autobahn A 2 traditionell über Gütersloh führt, so soll er für die NRW-Liberalen bei der im September erwarteten Bundestagswahl auch die Richtung weisen. FDP-Landesvorsitzender und inzwischen NRW-Innovationsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart hat es sich am sonnigen Sonntag bei der Landeswahlversammlung in der Stadthalle Gütersloh so gewünscht. Die 378 Delegierten wählten ihren Bundesvorsitzenden Dr. Guido Westerwelle (Bonn) mit 93,1 Prozent auf Platz eins der Landesliste. "Sie wissen, wie Sie mich damit motivieren und persönlich stärken", bedankte sich der Sieger. Damit sich die Gäste zu Hause fühlten, hatte Hallengeschäftsführer Johannes Nusser die Pulte des Präsidiums in die Parteifarbe gelb lackiert und der Ehrenvorsitzende des FDP-Kreisverbands, Dr. Paul Gehring, die alkoholfreien Getränke spendiert. Als die Aachener Delegierten während einer Zählpause vom Buffet des Sieweke-Teams zurückkehrten, meinten sie: "So ein gutes Essen gab es noch auf keinem Landesparteitag." Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger, die mit roter Kostümjacke einen Farbtupfer setzte, freute sich, die FDP von Rhein, Ruhr und Weser zum dritten Mal an der Dalke begrüßen zu können. Das spreche für den guten Ruf der Tagungsstätte. Hans Matthieu aus Steinhagen sprach das Grußwort des FDP-Kreisverbands. Die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Dr. Barbara Flötotte, kam als stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums exakt an der Stelle zum Einsatz, als der Vorschlag für den Landeslistenplatz fünf aufgerufen wurde. Er lautete auf die ostwestfälisch-lippische Bezirksvorsitzende Gudrun Kopp MdB aus Lage, die 260 von 357 Stimmen auf sich vereinte. So günstig platziert ging sie noch bei keiner Bundestagswahl an den Start. Auf Position 21 und damit früher als vom Bezirk zunächst gedacht kam auf Vorschlag des Landesvorstands der neue Kreis-Kandidat Heiner Kamp aus Versmold. 2,5 Milliarden Euro für das rotgrüne Erneuerbare-Energien-Gesetz sind Kopp einfach zu viel. Sie verlangt eine neue effiziente Energiepolitik. Wörtlich: "Wir suchen zunächst die Chancen und lösen dann die Risiken." "Rotgrün und Hartz gehen, Arbeit und Wohlstand kommen", postulierte Pinkwart. Die WASG nannte er ein trojanisches Pferd. Sie sei eine PDS ML, statt marxistisch-leninistisch "mit Lafontaine".