Die Glocke "FDP-Landeswahlversammlung in Gütersloh"

08.07.2005

Westerwelle wird Spitzenkandidat

 

Von MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh(gl). Damit am Sonntag die FDP-Landeswahlversammlung in Gütersloh über die Bühne gehen kann, haben Mitarbeiter der Stadthalle die grauen Kopfplatten der Podiumstische in einer Nachtschicht auf das liberale Gelb "getrimmt". 400 Delegierte werden erwartet. Interessierte Bürger sind willkommen, besonders zur Rede des Bundesvorsitzenden und NRW-Spitzenkandidaten Dr. Guido Westerwelle ab 11.45 Uhr.Bezirkschefin Gudrun Kopp MdB, Kreisvorsitzender Hans Matthieu und Stadthallen-Chef Johannes Nusser freuen sich: Zum dritten Mal tagen die Landes-Liberalen in Gütersloh. Auch 2002 war die Stadthalle Gastgeberin der Landeswahlversamm-lung. Kopp gestern vor Ort: "Hier spielt am Sonntag die Musik der NRW-FDP." Grußworte nach der Eröffnung durch den Landesvorsitzenden Professor Dr. Andreas Pinkwart sprechen Bürgermeisterin Maria Unger und Hans Matthieu, für den der vierte Wahlkampf in seiner anderthalbjährigen Vorsitzendenzeit "eine gewaltige Kraftanstrengung" ist. OWL ist der drittstärkste Bezirksverband im Land. Die 45 Delegierten wollen für gute Listenplätze ihrer Bewerber kämpfen. Spitzenkandidatin Gudrun Kopp aus Lippe, seit 1998 im Bundestag, liebäugelt mit Platz fünf (vor drei Jahren stand sie auf sieben, davor auf neun). Frank Scheffler (Herford) soll "etwa Platz zehn" bekommen, um das erklärte Ziel, weiter "mit mindestens zwei FDP-Abgeordneten aus NRW im Bundestag zu sitzen", erreichen zu können. Die Landesliste zog 2002 bis Platz 13. Bisher war außer Kopp auch Günter Nolting (Minden-Lübbecke) dabei, der nicht wieder antritt. Sein Nachfolger Dirk Schattschneider (Nummer drei in OWL) soll ebenfalls möglichst weit vorn rangieren, während der neue Gütersloher Kandidat Heiner Kamp "jenseits der 20" eingruppiert werden dürfte. Unabhängig von seinem Platz will sich der Versmolder "vor und nach der Wahl mit 100 Prozent für einen Politikwechsel im Land einsetzen - und eine Duftnote für weitere Aufgaben hinterlassen". Seit gut einem Jahr ist der Unternehmensberater in der FDP - mit großem Erfolg. Bei der Kommunalwahl holte er in seinem Bezirk 27 Prozent. "Es tut dem Land gut, wenn der Wähler wieder sprechen kann", sagt Kopp. Die 54-Jährige fand "Bundeskanzler Schröder bei der Begründung der Vertrauensfrage überzeugend". Wirtschaftlich müsse es im Land wieder bergauf gehen. Dafür trete die FDP ein. "Wir müssen den Befreiungsschlag bei den Reformen hinbekommen." Die entsprechenden Maßnahmen werde Guido Westerwelle am Sonntag öffentlich vorstellen.