Westfalen-Blatt "Michaeliswoche"

25.02.2005

Vorstand von Stadt dominiert.

 

Zur Berichterstattung über die Jahreshauptversammlung des Vereins Michaeliswoche (WESTFALEN-BLATT vom 23. Februar) erreichte die Redaktion die folgende Zuschrift:

 

Zu Recht beklagt sich der neu ernannte Ehrenvorsitzende Rolf Bennewitz über das mangelnde Engagement des Einzelhandels und der Industrie an den Aktivitäten des Vereins, der vor 75 Jahren von der Gütersloher Kaufmannschaft aufgrund der damaligen Wirtschaftskrise gegründet worden ist. Engagement ist aber nur zu erreichen, wenn Handel, Handwerk und Gewerbe in die Vereinsarbeit eingebunden und an den Vorbereitungen einer Michaeliswoche beteiligt werden.

Und das scheint mir beim Verein Michaeliswoche nicht gegeben zu sein, wenn man sich die Zusammensetzung des geschäftsführenden Vorstands und des Beirates betrachtet: Vorsitzender Hans-Hermann Kirschner ist Direktor der Sparkasse Gütersloh. Mehrheitseigner der Sparkasse ist die Stadt. Die 2. und 3. Vorsitzenden Giesbert Nunnemann und Martin Balkausky sind Mitarbeiter der Stadt. Geschäftsführer Frank Mertens ist gleichzeitig Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH, bei der die Stadt ebenfalls Mehrheitsgesellschafter ist. Darüber hinaus sind zwei von drei neu ernannten Beiratsmitgliedern Angestellte der Stadt oder der Sparkasse. Der Vorstand wird also von der Stadt Gütersloh dominiert. 

Im Prinzip ist gegen das ehrenamtliche Engagement der handelnden Personen nichts einzuwenden, aber wenn gesellschaftlich relevante Gruppen wie der Sport oder die Kultur, der Handel oder die Industrie im Vorstand fehlen, wird es schwer fallen, diese für erfolgreiche Veranstaltungen als Sponsor zu gewinnen. Hierüber sollte der Vorstand einmal nachdenken. 

Als alter Gütersloher wünsche ich der Michaeliswoche natürlich auch in diesem Jahr viel Erfolg mit dem neuen Konzept; denn die Woche im September ist und bleibt als Veranstaltung ein Aushängeschild für Gütersloh. 

 

JOACHIM KRIELE