Die Glocke "Ganztagsgrundschule"

01.02.2005

CDU will Angebot, keine Bevormundung

 

Gütersloh(din). Vom nächsten Schuljahr an wird es in Gütersloh insgesamt neun Ganztagsgrundschulen geben. Nach dem Schulausschuss hat auch der Stadtrat dem Konzept in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt. 

 

"Wir halten es für richtig, dass wir ein breites Ganztagsangebot bekommen", sagte CDU-Ratsherr Dr. Thomas Foerster. Er betonte, dass es sich bei den Nachmittagsangeboten aber nicht um Bildung, sondern um Betreuung handele. Foerster verwies auf vom Land nicht klar abgesteckte Rahmenbedingungen. 

 

Dem widersprach die SPD-Fraktions-Vorsitzende Ingrid Tiedtke-Strand entschieden. "Die offenen Ganztagsgrundschule ist keine Schule, in der es nur Betreuung gibt", sagte die Sozialdemokratin. Bildung sei mehr als der reine Unterricht. Der ganze Tag werde intensiv genutzt. Ihrer Meinung nach sollte die offene Ganztagsgrundschule verpflichtend sein. Gerade das sei der Unterschied zur Union, entgegnete Foerster: "Wir wollen das Angebot, wir wollen nicht bevormunden." Die Ganztagsschule "ist keine Antwort auf Pisa", sagte Peter Kalley (UWG), weil Betreuung eben kein Unterricht sei. Den Eltern-Zuschuss "können sich nur wenige leisten", warnte Kalley. 

 

Dr. Wolfgang Büscher (FDP) merkte an, dass "wir es hier mit Ländergeschenken zu tun haben, die auf Dauer sehr teuer werden". 

 

Wie berichtet, werden zum nächsten Schuljahr die Grundschulen Avenwedde-Bahnhof, Isselhorst, Kattenstroth sowie die Blücher- die Paul-Gerhardt-, die Josef- und die Kapellenschule auf eigenen Wunsch in Ganztagseinrichtungen umgewandelt. 

 

Die Edith-Stein- und die Grundschule Nordhorn halten ein solches Angebot bereits vor. Weitere haben bereits zum Schuljahresbeginn 2006/07 Interesse bekundet.