Die Glocke "Feinstaub - Tassilo Hardung"

05.04.2005

Der Feinstaub ist ins Gerede gekommen. Unsere Gesundheit insgesamt und unsere Atemwege im Besonderen sind belastet , nicht erst seit Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren angetrieben werden. 

Seit Beginn der Industrialisierung waren es die Schornsteine der Großbetriebe, die zunächst ungefiltert die Luft verpesteten. Jeder Gütersloher erinnert sich der unsäglichen Belastungen durch WIRUS - Pfleiderer , inzwischen durch Filter weitgehend erträglich gestaltet. Die Nutzung der Braunkohle bei schlechter Verbrennung und die nicht optimale Verwendung von Steinkohle in privaten Haushalten sind inzwischen vermindert.

Schwarze Rauchfahnen an LKW – Hecks waren jahrzehntelang der Standart und wurde durch Verbesserung der Diesel-Verbrennung in den Motoren weniger.

Erhebliche Probleme alltäglicher Belastung im Straßenverkehr sind entstanden, seit die bevorzugte Verwendung von Diesel – Motoren in PKW und die rapide Zunahme des LKW – Verkehrs mit noch bevorstehenden Steigerungsraten, uns quälen.

Europäische Normen haben das Thema voll ins Bewusstsein gebracht. 

Sehr spät nimmt die Öffentlichkeit diese Entwicklung zur Kenntnis und Reaktionen sind hoffentlich nicht zu spät.

Wie reagiert werden muss, wird diskutiert. Fahrverbote oder/und massiver Einbau von Rußfiltern mit Anreizen auf dem Weg über Steuerersparnisse ? 

Wirtschaftliche Interessen scheinen wieder mal im Vordergrund zu stehen. 

Was mich und sicher viele Gütersloher Bürger stark zu interessieren hat: Bleiben wir unterhalb der erträglichen Grenzwerte und wer kontrolliert wann und wo unsere Belastungen ?

Dass keine vorhanden sein sollen, kann ich mir bei dem Verkehrsaufkommen nicht vorstellen. Teilweise mehr als 35.000 Fahrzeuge / tägl. am Kreuzungspunkt 

Marienfelder – Str./ Ecke B 61, bestimmt nicht viel weniger auf der Friedrich-Ebert-Straße und der Verler Straße an den verschiedenen Kreuzungen und auch an der Bahnunterführung C.-Bertelsmann-Str. sieht es ähnlich aus.

Die Stadt muss uns Bürgern Messdaten liefern, so bald wie möglich, um zu wissen ob wir aktuell unerträglichen Belastungen ausgesetzt sind. 

 

Noch andere Fragen beschäftigen mich in dem Zusammenhang.

Wo bleibt der Abrieb von alltäglich mehr als hunderttausend Autoreifen allein auf unseren Gütersloher Straßen ? Warten die schwarzen Gummiteilchen darauf, von uns allen eingeatmet zu werden ?

Warum wird die Entwicklung von Wasserstoffmotoren nicht massiv gefördert / gefordert, die rückstandsfrei arbeiten und uns von der Rohölabhängigkeit entlasten würden ?

 

Nicht nur rhetorische Fragen, auf die verbindliche Antworten hier und heute nicht zu geben sind, als Denkanstöße sind sie sicher hochaktuell.

 

Tassilo Hardung