Westfalen-Blatt "Blessenstätte: Politiker wollen Schrittgeschwindigkeit"

17.06.2005

Gas geben nicht erwünscht

 

Gütersloh (mdel). Die Öffnung der Blessenstätte in einer einjährigen Testphase wird für die Autofahrer mit Hemmnissen erfolgen. Sollte rechtlich nichts dagegen sprechen, dann darf im Bereich Blessenstätte/Kirchstraße/Berliner Straße nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden (»Spielstraße«).

 

Diesen Antrag stellten gestern im Planungsausschuss die Grünen und hatten überraschend Erfolg. Weil die SPD-Fraktion zustimmte und sich weite Teile der CDU enthielten, muss die Stadtverwaltung nun klären, ob sich eine derartige Verkehrsberuhigung in dem Bereich überhaupt realisieren lässt. Einig waren sich die Fraktionen weitestgehend, dass so wenig Durchgangsverkehr wie möglich durch die Kirchstraße fließen soll.

Stadtplaner Michael Zirbel hatte zuvor betont, dass es sich nur um eine Testphase handelt. »Sie soll im September beginnen, wenn der Kreisverkehr an der Marienfelder Straße in Betrieb genommen wird«, erklärte der Fachbereichsleiter. Weil es seinen Angaben zufolge »einige neuralgische Punkte« gibt, soll die Verkehrsentwicklung nach der Öffnung ganz genau beobachtet werden. Zirbel kündigte Messungen an, die im Wochen-Rhythmus stattfinden sollen. Die Ergebnisse werde die Stadtverwaltung alle vier Wochen in der Ausschuss-Sitzung vorstellen und im Internet veröffentlichen. »Außerdem werden wir sie der Bezirksregierung zur Verfügung stellen«, sagte Zirbel. Die Anwohner sollen vor der Öffnung in einer Bürgerversammlung über die Planungen informiert werden.

Die Befürchtung von Dr. Wolfgang Büscher (FDP), der Lkw-Verkehr könnte sich seinen Weg durch die Kirchstraße suchen, konnte Stadtbaurat Josef E. Löhr nicht teilen. Vor der Abbindung seien nur drei Prozent der Fahrzeuge Lkws gewesen. Auf ein Verbot könne verzichtet werden. Gänzlich abgelehnt wurde das Vorhaben von der SPD. »Es gibt 10 000 Unterschriften von Bürgern, weil sie dort durchfahren wollen. Wenn sie die Möglichkeit haben, werden sie das auch tun«, befürchtet Dr. Thomas Krümpelmann einen hohen Anstieg des Autoverkehrs.