Die Glocke "Kreisverkehr Blessenstätte"

08.03.2005

BfGT- und FDP-Vorstoß

Für zwei Jahre freie Fahrt via Kreisverkehr

 

Gütersloh(GERRIT DINKELS). BfGT und FDP wollen Nägel mit Köpfen machen. Die Kreuzung an der Stadtbibliothek soll sofort in alle Richtungen freigegeben werden und der Verkehr vorerst zur Probe durch einen Kreisverkehr fließen. Rückendeckung erhalten sie von den Einzelhändlern. Was fehlt, ist eine politische Mehrheit.In einem Antrag für den Planungsausschuss am Donnerstag nächster Woche schlagen die Fraktionen diese Lösung für zunächst zwei Jahre vor. Im Gegenzug soll die Kreuzung für den Schwerlastverkehr gesperrt werden. Auf diese Weise soll auch ein kostspieliger Bürgerentscheid vermieden werden. "Wir haben im Moment eine verkehrsfeindliche Innenstadt", sagte Dr. Wolfgang Büscher (FDP) gestern. Ein Bürgerbegehren sei nur die letzte Möglichkeit, "wenn im Rat etwas schiefgelaufen ist", so der Liberale. "Viel einfacher und günstiger ist eine demokratische Mehrheit im Rat." BfGT-Fraktionschef Nobby Morkes sagte, "wir gehen davon aus, dass in der Kirchstraße nichts zurückgebaut werden muss". Bestehende Tempo-30-Regelungen würden nicht berührt. Die Bezirksregierung habe im Juni vorigen Jahres mitgeteilt, sie könne derzeit nicht abschätzen, ob Fördermittel für den früheren Umbau zurückgezahlt werden müssten. In einer Testphase sei das schon gar nicht der Fall, so Morkes. "In Zeiten knapper Kassen muss ein Bürgerentscheid nicht notwendig sein", erklärte der Ratsherr. Beim Theater seien dies etwa 74 000 Euro gewesen. Unterschriften habe man indes "weit mehr, als wir benötigen". "Wir können das nur massiv unterstützen", erklärte Rainer Schorcht im Namen der Einzelhändler. Die Verkehrssituation sei "desolat. In der Innenstadt ist der Blutkreislauf gestört". Niemand wolle den früheren Verkehr zurückhaben. Das werde nicht eintreten, weil durch den Ausbau anderer Strecken Durchgangsverkehr ferngehalten werde. Unterdessen haben auch CDU und Grüne einen Antrag eingereicht. Der "Glocke" sagte der christdemokratische Fraktionschef Rudolf Bolte, die Verwaltung werde aufgefordert, ein Konzept für eine Öffnung der Kreuzung vorzulegen. Es dürfe allerdings nicht mehr Verkehr hervorrufen. "Dafür haben wir im Ausschuss mit den Grünen die Mehrheit", erteilte Bolte BfGT und FDP eine Absage. Einem Kreisverkehr stehe er kritisch gegenüber, weil beispielsweise Bewohner aus benachbarten Altenheimen die Kreuzung queren müssten. Die hätten damit Probleme.