Neue Westfälische "Baulandmanagement auf den Prüfstand"

10.02.2005

FDP will Instrument auf Eis legen / Ausnahme möglicherweise für altes Reckmeyer-Gelände am Südring

 

Gütersloh (raho). Das bei Investoren und Immobilienmaklern von Anfang stark kritisierte kommunale Baulandmanagement, mit dem die Stadt eine familienfreundliche Grundstücksvergabe sicherstellen will, kommt auf den Prüfstand. Die FDP fordert, das 1996 geschaffene Instrument für zwei Jahre außer Kraft zu setzen, oder die Vorschriften spürbar zu lockern.

 

Das Thema soll in einer der nächsten Sitzungen des Grundstücksausschusses auf die Tagesordnung kommen. Zurzeit müssen die Eigentümer der Stadt 40 Prozent der Flächen zu einem niedrigen Preis veräußern; die wiederum stellt jungen Familien preiswertes Wohnbauland zur Verfügung. 

 

Die Liberalen weisen darauf hin, dass eine Reihe von Bauplätzen noch nicht vergeben werden konnte. Darunter seien auch noch Objekte von 1999. Zudem gestalte sich die Urbanisierung von Brachen schwierig. Als Beispiel wurde der frühere Polizeistandort Bartels an der Berliner Straße genannt. 

 

Bereits einmal hat die Stadt das Baulandmanagement nicht angewendet: bei der Revitalisierung des Vossen-Geländes. Grund waren die extrem hohen Kosten für Abbruch und Sanierung des Bodens.

 

Ein ähnlicher Fall deutet sich jetzt am Südring an. Auf dem 1,5 Hektar großen Gelände der früheren Möbelfabrik Reckmeyer möchte ein Investor aus Rheda-Wiedenbrück gemeinsam mit der Gütersloher Volksbank-Tochter Geno-Immobilien Doppelhäuser und Sozialwohnungen errichten. Und auch hier ist noch erheblicher alter Gebäudebeststand vorhanden, der weichen müsste.

 

Ob also auch am Südring eine Ausnahme gemacht werden könne, müsse die laufende Prüfung ergeben, so der zuständige Liegenschafts-Dezernent Dr. Klaus Wigginghaus zur NW. Auch Fragen des Baurechts spielten eine Rolle.

 

Ansonsten hält Wigginghaus nicht viel davon, das Baulandmanagement generell auf Eis zu legen. "Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und werden das auch klar aufzeigen."