Kommunalwahlprogramm der FDP Gütersloh 1994

Schlagzeilen

zum Thema Stadtentwicklung

* zügiger Ausbau von Kolbeplatz und Rathausvorplatz

* Marktplatz als Parkplatz nutzbar machen

* einheitliches und durchgängiges Stadtmarketing

* Erlebniswert "Innenstadt" steigern

 

zum Thema Wirtschaft

* neue Gewerbegebiete im Norden der Stadt; "Technologiepark Flughafen"

* Priorität genießt die heimische Wirtschaft, um Abwanderungen zu verhindern

* beschleunigte Genehmigungsverfahren - keine Bürokratie

 

zum Thema Finanzen

* keine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer

* Finanzdefizite durch Einsparpotentiale ausgleichen

 

zum Thema Sozialpolitik

* Förderung von privaten Initiativen und Vereinen

* Stärkung der nachbarschaftshilfe

* vorbeugende Maßnahmen im Jugendbereich an den Brennpunkten (Avenwedde)

* neue Konzeption in der Jugendarbeit

* kein Abbau der freiwilligen sozialen Leistung, aber wirksame Kontrolle vor Mißbrauch

 

zum Thema Schule - Weiterbildung

* Koordinierung der öffentlichen und privaten Weiterbildungsmaßnahmen

* vorausschauende Schul- und Kindergartenentwicklung bei Ausweisung neuer Wohnbaugebiete

* unkonventionelle Maßnahmen für eine Übergangszeit; z.B. Altstadtschule/VHS, Nachmittagsunterricht

 

zum Thema Sport

* die Sportförderung genießt aus gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung heraus Priorität

* Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit

 

zum Thema Kultur

* die Vielfalt im Kulturbereich wird durch engere Kooperation gewahrt

* Alternativen zum 100-Mio-DM-Projekt "Theater": Standortwahl - Bühnenhaus

* Koordinierung des Gütersloher Kulturangebotes

 

zum Thema Natur- und Umwelt

* statt MVA Gütersloh regionale Zusammenarbeit

* Abschluß der Dalke-Renaturierung

* Patenschaften für Container-Standorte

* Nein zum Golfplatz Friedrichsdorf

* Erhalt von Grüngürteln

* Ausbau Rad- und Wanderwege

 

zum Thema Wohnungsbau

* Ja zur städtischen Förderung des sozialen Mietwohnungsbau

* Ja zum Eigenheim

* Ja zu unkonventionellen Bauweisen (Ökohaus, Niedrigenergiehäuser)

* Nein zu langwierigen Genehmigungsverfahren; Servicecenter "Bauordnungsamt"; das ästhetische Empfinden ist subjektiv; keine Belehrung sondern Partnerschaft

 

zum Thema Verkehr

* zivile Mitbenutzung des Flughafens ausschließlich an Werktagen für Geschäftsverkehr

* Nein zur autofreien Innenstadt

* Ortsumgehung Friedrichsdorf

* ÖPNV mit Haller Willem und TWE.

 

zum Thema Ortsteile

* Nein zum Ortsvorsteher

* Ausbau der Infrastruktur

* Lärmschutz in Spexard an der BAB

 

zum Thema Verwaltung

* statt "Verwaltung" - "Service-Center"

* Einsatz moderner Kommunikations-Techniken (EDV)

* Wiederaufnahme der Organisations-Untersuchung mit dem Ziel, 40% Kosten+Zeit einzusparen. (mit Beschäftigungsgarantie)

* Wettbewerb zwischen kommunaler und privater Dienstleistung

* Strukturreform

 

Innenstadtentwicklung

Gütersloh hat sich in den letzten Jahren zu einer attraktiven Einkaufsstadt entwickelt. Mit einem gutsortierten Angebot im Einzel- und Fachhandel ist es der Kreisstadt gelungen, zusätzliche Kaufkraft von auswärts in die Innenstadt zu holen. Diesen Vorsprung gilt es zu behaupten und weiter auszubauen.

 

Eine vorausschauende Stadtentwicklung ist Voraussetzung für die Existenz und

Wirtschaftlichkeit eines florierenden Handels. Sie bestimmt, ob die Menschen gern in Gütersloh leben wollen. Darum ist es erforderlich, daß die Planungsämter im Dialog mit dem Bürger Entwicklungstendenzen aufzeigen, um die Lebensqualität für Jugendliche, Familien und Senioren zu erhalten und weiter zu steigern.

 

Die F.D.P. ist für einen zügigen Ausbau des "Kolbeplatzes". Mit dem Bau von Wohnhäusern mit einem Anteil altengerechter Wohnungen und Geschäften bietet sich ein guter Ansatz, die Innenstadt weiter zu beleben. Die F.D.P. wird darauf achten, daß der "Kolbeplatz" keine Stadt in der Stadt wird, sondern daß eine Durchgängigkeit zu den anderen Einkaufsstraßen gewahrt bleibt.

 

Der Rathausplatz, jetzt Konrad-Adenauer-Platz, muß in den nächsten Jahren zu einer attraktiven Begegnungsstätte mit integriertem Wochenmarkt auf hohem Niveau umgebaut werden. Dabei können Parkplätze für Marktbesucher durch Rückbau der "breiten" Berliner Straße geschaffen werden.

 

Voraussetzung für eine erlebenswerte Innenstadt ist die Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung. Für die Warenanlieferung ist "City-Logistik" ein erfolgversprechender Ansatz. Die F.D.P. ist außerdem der Ansicht, daß der Marktplatz ohne rigorose Versiegelung zu einem Parkplatz ausgebaut werden kann; denn von dort ist die City in nicht einmal 5 Gehminuten zu erreichen.

 

Die F.D.P. unterstützt die Initiativen von Werbegemeinschaft, Verkehrsverein und dem Verein Michaeliswoche in Sachen Stadtmarketing ausdrücklich. Die Erfahrungen dieser Gemeinschaften müssen aber zu einer Konzentration der Kräfte genutzt werden, und zu einem gemeinsamen Auftreten im Markt führen.

 

Die Liberalen lassen aber auch keinen Zweifel aufkommen, daß die Bündelung der Kräfte nicht ohne Einbindung der Initiativen und Ideen des Einzelhandels erfolgen kann und wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist.

 

Die Planer sind zu zügigem Handeln, das Gewerbe zum aktiven Mitmachen aufgefordert, damit die Innenstadtentwicklung nicht zerredet wird. Ziel aller muß es sein Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Freizeitwert in Einklang zu bringen, um eine erlebnisreiche Einkaufsstadt zu schaffen, die allen Herausforderungen standhält.

 

Wirtschafts- und Gewerbeentwicklung 

Gütersloh war und ist eine prosperierende Stadt. Eine gut strukturierte mittelständische Wirtschaft und der über dem Durchschnitt liegende Bevölkerungszuwachs sind Garanten für das gute Freizeit und Bildungsangebot.

 

Um die berechtigten Interessen und Wünsche der Bürger auch in Zukunft befriedigen zu können, lehnt die F.D.P. jedwede Art von Steuererhöhungen, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bremsen können, ab. Durch eine ausgewogene Grundstückspolitik wird die F.D.P. dafür sorgen, daß sich das heimische Gewerbe in Gütersloh weiter entwickeln kann‚ und nicht genötigt ist‚ in andere Gemeinden abzuwandern. Außerdem muß den auswärtigen Investoren durch unbürokratische Genehmigungsverfahren die Standortwahl pro Gütersloh erleichtert werden.

 

Das Reservoir "Flughafen" muß in Zusammenarbeit mit Bonn und Düsseldorf der Gewerbeansiedlung zugänglich gemacht werden. Es bietet sich geradezu an, dort neue Industriezweige in unserer Stadt zu etablieren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten.

 

Für die F.D.P. ist es durchaus denkbar, auf dem Flughafengelände Unternehmen der Luftfahrtindustrie anzusiedelm sei es als Flugzeugausrüster oder als "Abwracker" eventueller Überkapazitäten aus dem Militärbereich.

 

Finanzen, Steuern, Gebühren, Verwaltungsreform

Die F.D.P. Gütersloh hat sich in der Vergangenheit immer dafür eingesetzt, mit den zur Verfügung stehenden Einnahmen so sparsam wie möglich umzugehen und Investitionen nur dann vorzunehmen, wenn es im Interesse der Bürger zwingend notwendig ist. Leider haben die großen Parteien CDU und SPD diesen "Sparkurs" in den letzten Jahren nicht immer mitgetragen.

 

ln den nächsten Jahren werden die Steuereinnahmen durch die Gewinneinbrüche bei heimischen Unternehmen in den letzten beiden Jahren und durch die Mitfinanzierung der "Deutschen Einheit" stagnieren.

 

Die F.D.P. wird den bevorstehenden finanziellen Engpaß nicht durch Steuererhöhungen ausgleichen; d.h. eine Erhöhung der Hebesätze bei der Gewerbesteuer und der Grundsteuer nicht akzeptieren.

 

Wir werden uns dafür einsetzen, daß durch geeignete Sparmaßnahmen das Finanzdefizit in Gütersloh nicht steigen wird.

 

So können freiwillige Dienstleistungen der Stadt - nicht im sozialen Bereich - für eine bestimmte Zeit zurückgenommen und Pflichtleistungen effizienter organisiert werden.

 

Auch ist die F.D.P. der Ansicht, daß sich im Zuge einer Verwaltungsreform die

städtischen Ämter dem Wettbewerb mit privaten Anbietern stellen müssen.

 

Sozialpolitik 

Eine aktive Sozialpolitik dient dem menschlichen Miteinander, wachsende Herausforderungen werden zu einer Bewährungsprobe für uns alle. Menschen, die wegen Benachteiligung oder Behinderung auf Hilfen angewiesen sind, brauchen das Verständnis und den Einsatz von Mitbürgern für ihre besonderen Probleme. Die öffentliche Hand ist in vielen Fällen überfordert. Deshalb setzt die F.D.P. in der Sozialpolitik besonders auf die Förderung von privaten Initiativen und Vereinen. Besonders wichtig sind alle vorbeugenden Ansätze. Besonders junge Menschen brauchen rechtzeitige und gezielte Hilfen.

 

Die Bedürfnisse sozial benachteiligter Menschen müssen in allen Bereichen der

Kommunalpolitik berücksichtigt werden, zum Beispiel bei der Wohnungsbaupolitik durch gesunde Mischstrukturen der Bildung von sozialen Brennpunkten vorzubeugen.

 

Besondere Beachtung verdienen die Belange unserer älteren Mitbürger. Das von der F.D.P. unterstüzte 3. Seniorenzentrum wird in den kommenden Jahren verwirklicht. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, eine ausreichende Zahl von Ptlegeplätzen zu schaffen. Von der Plfegeversicherung sollte man keine Wunder erwarten: da das Land nicht mehr die Investitionskosten für die Gebäude übernehmen will und der Verwaltungsaufwand explosiv steigen wird, ist eine Erhöhung der Pflegekosten zu erwarten, so daß die Leistungen der Versicherung wieder aufgezehrt werden. Gewinner wird das Land, die Belastung der Kommunen bleibt. Deshalb müssen wir die Hilfsbereitschaft der Familien stärken und den Gedanken des betreuten Wohnens konsequenter umsetzen.

 

Ziel ist außerdem der Bau von Wohnungen, die den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen in der Ausstattung, der Lage und von Betreuungsmöglichkeiten Rechnung tragen, damit Menschen auch bei altersbedingten Einschränkungen aktiv und selbständig ihr Leben gestalten können.

 

Liberale Sozialpolitik dient der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.

 

Familien und Frauen

Die Familie erfährt z.Zt. einen überall spürbaren Wandel. Berufliche Tätigkeit und Kindererziehung geraten immer mehr miteinander in Konflikt; die Zahl der Alleinerziehenden nimmt zu.

 

Deshalb aber die Familie von ihren angestammten Aufgaben gänzlich zu entlasten und alle Erziehungsarbeit auf Kindergärten, Schulen und öffentliche Jugendeinrichtungen zu laden, wäre der falsche Weg. Die Verhältnisse in der ehemaligen DDR sollten abschreckend genug sein.

 

Die Familie ist die unersetzliche Keimzelle einer funktionierenden Gesellschaft. Eltern müssen vorrangig für die Erziehung verantwortlich bleiben. Öffentliche Einrichtungen können die Aufgabe der Familien nicht ersetzen, höchstens ergänzen, wo es nötig ist.

 

Besonders alleinerziehende Frauen verdienen öffentliche Unterstützung. Junge

Menschen beanspruchen viel Freiheit. Das ist verständlich, kann aber nicht heißen, daß sie von der Verantwortung für andere entbunden sind. Die Familie ist der richtige Ort, wo die Heranwachsenden diese Tugenden unmittelbar lernen; dort erhalten sie die besten Orientierungshilfen für ein sozialverantwortliches Leben. Die Kommunen haben günstige Rahmenbedingungen für diese Aufgabe der Familie zu gewährleisten. Dazu gehören:

1 Ein sicherer Arbeitsplatz.

2 Familienfreundliche Wohnungen‚ Vergünstigungen für öffentliche

Dienstleistungen etc.

3 Schulen, die Jugendlichen aller Begabungsrichtnngen eine Bestätigung vermitteln.

4 Freizeitangebote, die eine aktive Vereinsarbeit und Eigeninitiative

einschließen (z.B. Sport und künstlerische Tätigkeiten).

 

Kinder

Wenn überall im Lande von Verunsicherung oder Orientierungslosigkeit unserer

Kinder und Jugendlichen die Rede ist, muß das als ein bedenkliches Zeichen für die Gesamtgesellschaft gesehen werden.

 

Auf Gewaltbereitschaft, Medienabhängigkeit oder Drogensucht der Heranwachsenden nur zu schimpfen, hilft niemandem. Nötig sind eine klare Analyse der Ursachen und entsprechende Maßnahmen:

 

ln erster Linie ist die Familie für die Erziehung der Kinder verantwortlich; alle

Erziehung dem Kindergarten und der Schule zu übertragen und sich der Selbstverwirklichung widmen, kann nicht der richtige Weg sein. Die Öffentlichkeit kann die Familie bei ihrer Aufgabe nur unterstützen, nicht ersetzen! Nach Meinung der F.D.P. muß die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, daß Kinder sich nicht selbst überlassen bleiben.

 

Die F.D.P. fordert:

* Ausbau der Kindergärten mit sozialverträglicher Beteiligung der Eltern.

* Gut ausgebaute Schulen, die den Kindern nicht nur guten Unterricht, sondern lohnende Freizeitgestaltung anbieten.

* Verbesserung jugendspezifischer Kulturangebote unter Einbeziehung von VHS, FBS und Musikschule.

* Förderung der Vereinsarbeit, besonders der Jugendabteilungen.

* Familienfreundliche Tarife bei Kultur- und Spartangeboten.

* Förderung der Einrichtungen der Jugendhilfe jedweder Art.

* Möglichkeiten schaffen, im Ort eine Discothek zu etablieren.

 

Jugend und Schule

Attraktive Bildungsangehote, insbesondere ein gut funktionierendes Schulsystem sind ein wichtiger Standortfaktor für die heimische Wirtschaft und ein zuverlässiger Wechsel auf die Zukunft.

 

Unsere Schulen haben nicht nur eine solide Berufsausbildung zu sichern, sondern auch verbindliche soziale Tugenden zu vermitteln.

 

Das Gütersloher Schulsystem ist grundsätzlich in Ordnung. Es ist hinreichend vielfältig gegliedert und ermöglicht jeder Begabung eine angemessene Förderung.

 

Teure und verwirrende Experimente sollen deshalb vermieden werden. Gleichwohl gibt es in Gütersloh einige Probleme. z.B.:

 

1 Durch umfangreiche Bevölkerungsverschiebungen gibt es im Augenblick das Problem der Überfüllung, besonders in Grundschulen. Neubauten sind aber nur dort akzeptabel, wo langfristige Trends erkennbar sind (z.B. Heidewaldschule). Um zu vermeiden. daß Schulen in einigen Jahren wieder leer stehen, fordert die F.D.P. Ühergangslösungen, etwa durch Benutzung der ehemaligen englischen Schule in der Siegfriedstraße oder durch zeitweilige Auslagerung in das Gebäude der VHS, wo Vormittags wenig Betrieb ist.

 

2 Auch im Schulbereich ist die Finanzbelastung für die Stadt groß. Wie in vielen Bereichen kann man auch hier sparen, wenn man die einzelnen Schulen mit Geldbeträgen ausstattet, die sie eigenverantwortlich, aber rechenschaftspflichtig verwalten können.

 

Sport

Der Sport und die Freizeitgestaltung haben in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert eingenommem Die über 100 Sportvereine in Gütersloh sind mit ihren vielfältigen Angeboten ein fester Bestandteil unserer Stadt. Sie verbinden in vorbildlicher Weise sportliche und soziale Aufgaben gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen.

 

Die Anforderungen an die Vereinsvorstände und ehrenamtlichen Helfer werden immer weitgreifender, und damit wird es zunehmend schwerer, alle anfallenden Probleme und Konflikte in den Griff zu bekommen. Oft scheitert es dabei am Mangel an ausgebildeten Übungsleitern und Trainern. Und ebenso oft werden die finanziellen Möglichkeiten der Vereine überfordert, diese Leute adäquat zu entlohnen. Als Folge hieraus ist die Abwanderung von Fachkräften in besser bezahlte Positionen zu beobachten (z.B. Volkshochschule).

 

Die Sportvereine in unserer Stadt erfüllen nicht nur gesellschaftliche Aufgaben;

vielmehr tragen sie aktiv dazu bei, soziale Spannungen abzubauen. Voraussetzung dafür ist jedoch, daß ausreichend Trainingsmöglichkeiten und qualifiziertes Personal zur Verfügung gestellt werden. Eine gleichmäßige Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel muß das Ziel sein. so daß sich eine Investition von 12 Mio. DM nicht nur auf 2 Sporteinrichtungen verteilt. ln Abstimmung von Sportausschuß, Sportamt und Stadtsportverhand sollte eine größtmögliche Effizienz der eingesetzten Mittel erreicht werden.

 

Die F.D.P. plädiert für den Erhalt des Sportamtes in seiner jetzigen Form. Sie hält Sportförderung für notwendig, wenn die Vereine ihre Aufgaben erfüllen sollen. Die F.D.P. wünscht, daß im Sportausschuß mehr sach- und sozialbezogen - als politisch-ideologisch - entschieden wird.

 

Kultur

ln den letzten 20 Jahren haben Vielfalt und Qualität des Bildungs- und Kulturan-

gebotes unserer Stadt über den Rahmen Güterslohs hinaus Anerkennung und

Beachtung gefunden.

 

Die F.D.P. weiß um den hohen Stellenwert von Bildung und Kultur im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung einer Stadt und wird sich dafür einsetzen, daß der bis jetzt erreichte Standard trotz enger gewordener finanzieller Rahmenbedingungen erhalten bleibt und weiterentwickelt wird.

 

Allerdings weiß inzwischen durch die Diskussion in den Medien jeder, daß das jetzige Theaterangebot wegen des schlechten Zustands der Paul-Thöne-Halle nur noch kurzfristig aufrecht erhalten werden kann.

 

Die Baupläne für das neue Theater liegen in der Schublade und drohen in der

Versenkung zu verschwinden - wollen wir den unaufhaltsamen Abstieg des Theaters verhindern, müssen wir über Alternativen nachdenken!

 

So wird die F.D.P. überprüfen lassen, in welcher Höhe Kosten durch einen anderen Theater-Standort eingespart werden können. Auch muß über private Investoren nachgedacht werden, um den städtischen Haushalt zu entlasten. Letztendlich wird die F.D.P. auch prüfen lassen, ob der Neubau eines Bühnenhauses am heutigen Standort eine wenigstens vorübergehende Lösung darstellen kann.

 

Die F.D.P. hält nichts davon‚ angesichts finanzieller Engpässe das Thema "Theater" ad acta zu legen, sondern mit neuen Denkanstößen die Probleme zu lösen.

 

Umwelt und Müll

Die F.D.P. in Gütersloh hat sich in den letzten Jahren vehement gegen den Bau einer Müllverbrennungsanlage an der Hülsbrockstraße eingesetzt. Sie hat durch intensive Gespräche mit liberalen Kommunalpolitikern im Kreis, in Bielefeld und in Herford erreicht, daß die Basis einer Kooperation mit der Müllverbrennungsanlage Bielefeld-Herford ermöglicht wurde. Die F.D.P. wird darauf drängen, daß die Verhandlungen schnellstmöglich zu einem Abschluß führen, der die Müllverbrennung in Gütersloh überflüssig macht.

 

Zur Zeit führt die F.D.P. auf regionaler Ebene Gespräche mit den anderen Parteien über ein Konzept für die Deponierung von Restmüllmengen, die bei der Verbrennung übrig bleiben. Hier wollen wir erreichen, daß sich der Kreis Gütersloh an der Deponie "Lahr" in Bielefeld beteiligt, weil die Sicherheitsstandards dort dem neuesten Stand der Technik entsprechen und eine Zukunftsperspektive für die nächsten 50 Jahre gegeben ist.

 

Zum Umweltschutz gehört für die F.D.P. auch die Weiterentwicklung der ausgewiesenen Naturschutzgebiete an der Dalke (Strangmühle in Spexard) und in Ebbesloh entlang des Lichtehaches; denn aktiver Landschaftschutz erhöht den Freizeitwert aller Bürger.

 

Wohnungsbau

Trotz positiver Tendenzen im Eigentums- und Mietwohnungsbau‚ bleibt dieser Wirtschafts- und Sozialbereich ein Sorgenkind unserer Stadtentwicklung, welches besondere Aufmerksamkeit verdient. Die F.D.P. unterstützt die Bestrebungen der Stadt, mit finanziellen Anreizen den Mietwohnungsbau zu fördern. Aber noch immer sind über 3.000 Mitbürger auf der Suche nach Wohnraum. Immer noch fehlen über 1.000 Wohnungen in unserer Stadt.

 

Die F.D.P. setzt sich auch weiter dafür ein, daß trotz knapper werdender Einnahmen die Gelder für den Mietwohnungshau bereitgestellt werden, um das Defizit an Wohnraum abzubauen.

 

Im privaten Eigenheimbau muß es das Bestreben sein, Bauwilligen Grundstücke zu einem bezahlbaren Preis anzubieten, um auch hier ein Abwandern in andere

Gemeinden zu verhindern.

 

Ein wesentlicher Punkt der Wohnbauförderung ist das Genehmigungsverfahren bei vorliegenden Bauanträgen. Die F.D.P. hat sich in den letzten Jahren immer wieder für eine Beschleunigung des Verfahrens eingesetzt. Und sie wird im Zuge der längst überfälligen Verwaltungsvereinfachung darauf drängen, daß Bauanträge in maximal 4 Wochen bearbeitet werden. Auch wird sich die F.D.P. in Gütersloh dafür einsetzen. daß der planerischen Vielfalt genügend Spielraum eingeräumt wird und notwendige Gestaltungssatzungen nicht zur "Gängelei" ausarten.

 

Verkehr

Die F.D.P. wird auch in Zukunft ihre Linie der Vernunft bei der Lüsung der Verkehrsprobleme weiter verfolgen. Wir haben sinnvolle Verkehrsberuhigungen unterstützt. Und auch künftig werden wir im Interesse der Bürger in Wohngebieten solche Maßnahmen unterstützen, wenn auch wegen fehlender finanzieller Mittel künftig nicht mehr wie bisher mit baulichen Maßnahmen.

 

Für die Besucher der Innenstadt muß auch weiterhin die Möglichkeit gegeben bleiben, mit dem Auto fahren und parken zu können. Die modernen Techniken der Verkehrssteuerung. auch für den Linienbusverkehr müssen ausgebaut werden. Den Bau von Parkhäusern, wenn möglich auf privater Basis, unterstützen wir ebenfalls.

 

Den Fahrradfahrern müssen die bisherigen Radwege erhalten und noch vorhandene Lücken im Netz geschlossen werden.

 

Großflächige Planungen. z.B. der Bereich um den Kolbeplatz, sollten, auch von

verwaltungsunabhängigen Verkehrsplanern projektiert werden.

 

Untersucht werden müssen die Verkehrsströme, die seit längerem die Zugangsstraßen erheblich belasten. Die von der Autobahn kommenden Belastungen der Verler Straße müssen entweder durch eine Verbesserung der Zu- und Abfahrt oder eine weitere Anbindung des Straßennetzes an die Autobahn verbessert werden. Die Bundesstraße zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück ist ebenfalls durch Ausbau den Bedürfnissen anzupassen.

 

Eine Ortsumgehung Friedrichsdorf wird angesichts der Zunahme des Verkehrs von der künftigen A 33 unvermeidbar sein. Wir werden die Forderung danach unterstützen.

Wir fordern eine sorgfältige und intensive Untersuchung der Möglichkeit. TWE und HALLER WILLEM mit dem vorhandenen Schienennetz im Bereich Personenbeförderung zu aktivieren. Daraus könnte sich eine Entlastung der Straßen durch das Umsteigen vom PKW auf die Bahn ergeben.

 

Flughafen

Das "Thema Flughafen" ist in den letzten Wochen und Monaten immer wieder von den Medien, den Parteien und den verschiedenen Interessengruppen aufgegriffen und nicht immer sachlich diskutiert wurden. Die F.D.P. hat sich immer um Versachlichung der Diskussion bemüht und versucht, die "Ideologie" aus der Meinungsbildung herauszuhalten.

 

Tatsache ist, daß der Gütersloher Flughafen als "sleeping airbase" der Nato untersteht, und Gütersloh keine Verfügungsgewalt über das Gelände hat. Bekannt ist ebenfalls, daß eine private Interessengemeinschaft einen Antrag auf 3.500 Flugbewegungen pro Jahr gestellt hat‚ 3.500 Flugbewegungen bedeuten keine 5 Starts und Landungen pro Tag. Wenn die SPD in ihren Stellungnahmen von 50.000 und mehr Flugbewegungen spricht, muß die F.D.P. dieses als unseriöse Wahlpropaganda ablehnen.

 

Der Standpunkt der F.D.P. ist eindeutig: Wir lehnen einen Regionalflughafen Gütersloh ab; ebenso sind wir gegen die Stationierung von kleinen Privatmaschinen und Ultra-Leichtfliegern auf dem Flugplatzgelände. Um aber den Wirtschaftsstandort Gütersloh zu fördern, stimmen wir dem Antrag der Interessengemeinschaft zu. Wir fordern aber kategorisch eine Beschränkung auf 3.500 Flugbewegungen und bestimmte Tageszeiten.

 

Die F.D.P. ist der Meinung, daß der Flughafen sich hervorragend als "Technologie-Park" für neue gewerbliche Unternehmen eignet.

 

Spexard

Die Förderung und Entwicklung der Ortsteile ist erklärtes Ziel der F.D.P.. Nach dem Selbstverständnis der Liberalen haben die Verwaltung und der Rat der Stadt die Voraussetzungen zu schaffen, die für ein intaktes "Dorfleben" notwendig sind. Dazu gehört eine gesunde Infrastruktur ebenso wie der öffentliche Personennahverkehr und ein ausgewogenes Angebot an Sport-‚ Freizeit- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Auf allen Gebieten haben die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung im Rahmen der - auch finanziellen - Möglichkeiten Anstrengungen und Initiative unternommen, die Weiterentwicklung der Ort teile zu fördern.

 

Wesentliche politische Meinungsverschiedenheiten gibt es bei dieser Zielsetzung nicht; wenn auch die F.D.P. aus finanziellen Erwägungen ortsteilbezogene "Prestigeobjekte" ablehnt.

 

Für die Liberalen ist die Errichtung des Lärmschutzwalles im Bereich der Autobahnauffahrt Verler Straße weitaus wichtiger als der Bau einer Sporthalle. Hier sind wir bereit‚ notfalls auch ohne finanzielle Absicherung aus Bonn und Düsseldorf, auf schnellem Weg Abhilfe zu schaffen.

 

Eine Patenlösung zum heißdiskutierten Thema "Drückersiedlung" kann die F.D.P. nicht bieten. Aber wir sind der Meinung, erst einmal den "Status quo" beizubehalten, bis der Stadtring in seiner gesamten Länge für den Verkehr freigegeben ist‚ Dann werden wir sehen, wie die Verkehrsströme sich neu orientieren, und dann können geeignete Maßnahmen gemeinsam mit den Anwohnern des betroffenen Gebietes erarbeitet werden.

 

Die F.D.P. - Ideen Mannschaft

für Gütersloh (Top 6)

 

Die 12 Spitzenkandidaten der F.D.P.

 

Fünf selbstständige mittelständische Unternehmer oder Kaufleute, drei leitende

Angestellte, ein Hochschullehrer, zwei Studiendirektoren und eine Studienrätin -

Personen aus Handel, Handwerk, Management, Bildungswesen und Dienstleistung - das ideale Spektrum für liberale ldeen.

 

Günter Knopp:

Bürgermeister mit Schwerpunkt Stadtplanung und Sport

Gütersloher, fest verankert in der heimischen Tradition, konservativ - liberal, selbständiger Kaufmann in der Fleischwarenbranche aus Überzeugung und Leidenschaft; als aktiver Sportler und Sportfunktionär in der 1. Reihe steht er für das Ehrenamt und für die Selbstverwaltung des Sports; Bürokratismus und Starrsinn sind ein "rotes Tuch" für den Fleischermeister; liebt die offene Aussprache vor dem Taktieren - ergo der richtige Mann für den Bürgermeister-Posten.

 

Karl-Heinz Kisslng:

Fraktionsvorsitzender mit Schwerpunkten Umwelt, Bau, Verwaltungsreform

Ruhig und ausgleichend ist der "Chef" eines mittelständischen Handwerksbetriebes; auf Konsens bedacht - aber kompromißlos wenn es um die "Sache" geht; der Umweltexperte der F.D.P. und Befürworter der Strukturreform der Verwaltung; auch ein Gütersloher, der Stadt und Bewohner bestens kennt.

 

Hartwig Fischer:

Finanzen; Stadtentwicklung

Als Banker ein Mann für die Finanzen und als Marketingexperte liegt ihm die Entwicklung der Innenstadt zur Erlebnisstadt am Herzen; möchte durch Kostenbudgetierung zu gezielter Mittelverwendung und sparsamer Haushaltsführung kommen, um Steuererhöhungen zu verhindern; die weitere Integration der Ausländer möchte er voranbringen; springt auch schon 'mal über seinen Schatten; unkonventionelle Lösungen bevorzugt er vor Pragmatismus.

 

Gerd Osthus:

Schule, Jugend, Soziales

Ebenfalls Gütersloher; der Mann mit der längsten Ratserfahrung; als Gewerbeschullehrer hat er sein Ohr an der Jugend und weiß, wo der Schuh drückt; ganz klar - Schule und Jugend sind sein Metier. Als Radfahrer kennt er die Stärken und Schwächen der Gütersloher Verkehrspolitik; Drogen jedweder Art sind ihm zutiefst zu wider und bekämpft sie, wo immer er kann; jederzeit ansprechbar, wenn es um die Minderheiten in unserer Gesellschaft geht; wie die gesamte F.D.P.-Mannschaft ist er ein Gegner der MVA.

 

Jochen Dreier:

Jugend, Kultur

Verwaltungschef am Gymnasium, Vorsitzender der Kreismusikschule, ist er unser Kandidat für Jugend und Kultur; setzt auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Bürger, und auf das Engagement, in Gemeinschaften jedweder Art mitzuarbeiten - damit das "Feld" nicht dem Staat überlassen wird.

 

Heide Vorwerk:

Stadtwerke, Stadthalle, Krankenhaus

Als selbständige Kauffrau weiß sie, daß jede Mark erst verdient werden muß, ehe man sie ausgeben kann; die Wirtschaft muß florieren, damit die Stadt sich weiterentwickeln kann und die sozialen Herausforderungen bewältigt werden

können; als Bilanzbuchhalterin wird sie Sorge dafür tragen, daß bei den Betrieben der Stadt (Stadtwerke, Krankenhaus, Stadthalle) die Zahlen stimmen und der Bürger nicht über Gebühr belastet wird.